Als ich gestern bei Sarah und Martin in Bochum ankomme, erklären mir Beide, daß sie sich nach ihrer Erkältung doch eigentlich fit genug fühlen, um den Marathon in gemütlichem Tempo zu laufen. Diese Ansage läßt mich straucheln... ob ich nicht vielleicht doch, mit den Beiden zusammen... einer mehr in der Liste, Nummer 19.... NEIN!!!! Mein Verstand schaltet sich gerade noch rechtzeitig zu. Nein einen Genussmarathon brauchst Du nicht, schon gar nicht in Bertlich, da gibt es nichts zu genießen, da gibt es nur zu leiden - NEIN!!! Damit schiebst Du den Wiedereinstieg ins Triathlon-Training unnötig nach hinten - NEIN!!!!
Am Morgen dann in der Caffeeteria begegne ich "Redcap" Christian, meinen 11 Jahre jüngeren Zwilling, ihn hatte ich ja gebeten, den Hasen für 3:27 zu machen, aber er hatte mit Tobias leider andere Pläne. Nun hat Tobias ihn aber "im Stich gelassen" und er bot sich an, es doch zu tun... oh je, wieder komme ich ins Straucheln. Aber ich habe ja schon eine Startnummer, so eine gelbe für 10 Kilometer.... Aber ich könnte ja - NEIN!!!!
Mein Start ist relativ spät, ich schicke zuvor die Marathonis noch mit auf den Weg, ess was, trink was, häng ein bischen ab, brauche auch diese Zeit immer, deshalb bin ich ja auch sonst immer zeitig am Wettkampfort. Ich will den Zehner voll anlaufen und meine Position checken. Habe ich Chancen auf einen Treppchenplatz in der Gesamtwertung, dann werd ich weiter Gas geben, ist die Konkurenz stark, werde ich mich ausbremsen. Bestzeitentauglich fühle ich mich nicht, die Bronchen sind noch viel zu stark belegt und auch der Schnupfen ist noch da.
Nach dem Start ist mir schnell klar: das wird nix mit der Joggerei, ich befinde mich auf Position 3, das wird ein Kampf. Die Erste ist schnell außer Sichtweite und das will in Bertlich was heißen. Die Zweite immer so 150 m vor mir, und wenn man am Limit läuft, ist das eine Weltreise. Meine Pace ist nur knapp unter der des Halbmarathons, also da steckt noch was drin, denn mehr geht nicht, auch nicht auf nur 10 Kilometern. Sonst aber bin ich gut drauf, Musik im Ohr, doch die Strecke ist nicht sooo flach, wie ich sie in Bertlich erwartet hatte. Aber ok. Der Abstand zur Vorgängerin bleibt unverändert groß, ich komm einfach nicht näher ran und ich bemerke, wie oft sie sich umschaut. Sie kämpft also und das wird es mir nicht leichter machen. Bei km 6 dann überholt mich ein Mädchen, toller Laufstil die Kleine, später sehe ich in den
Ergebnissen, daß sie erst 12 Jahre ist. Damit bin ich allerdings auf Platz 4 - wie unschön.... Etwa einen ganzen Kilometer braucht es, bis ich sie wieder ein habe, das verschafft mir auch einen geringeren Abstand zur Zweiten. Noch aber sind 3 Kilometer zu laufen, die Zeit für einen Endspurt scheint mir noch zu früh, so lange halt ich ein höheres Tempo nicht aus.... Km 8, in meinem Ohr plärrt es "Ich will Spaß, ich will Spaß - ich geb Gas, ich geb Gas...." - Dann mach ich`s jetzt. Ich brauche aber fast 1,5 km um ranzulaufen, noch beim Einlauf im Sportplatz, der dann noch einmal zu umrunden ist, ist sie knapp in Führung. Ob was geht? "Lauf Du verdammter Körper, ausruhen kannst Du Dich in 400 Metern, ich geb wirkich alles, mehr geht nicht, ist mir schei$egal, ob ich hinterher umfalle.... ich ziehe vorbei, etwa 300 Meter vorm Ziel - ich weiß, sowas macht man nicht, aber wenn ich`s doch draufhatte... ;o) So laufe ich als
Gesamtzweite durch`s Bertlicher Zieltor, muß mich hinterher erstmal an der Stadionstange festhalten, bin aber schnell wieder erholt, die Überholte gratuliert mir, ich entschuldige mich.... Altersklassenmäßig tuen wir uns nichts, sie ist älter, wir gewinnen also beide auch unsere Altersklasse. Es gibt einen schönen Pokal, ein schöner Abschluß der Saison, perfekt nahezu, die Zeit: 46:02 - nicht sehr gut, aber das zeigt mir, daß es für den Marathon heute nicht gelangt hätte, ich habe alles richtig gemacht.
Kathrin und die Starken Männer ;o) - Mit Walter und Thorsten
Siegerehrung nach Bertlich-ArtNun heißt es auf Sarah und Martin warten, die ihren Marathon laufen. Die Zeit bis dahin ist kurzweilig wie nie, ich treffe so viele liebe Foris, Angie, Roland, Angelika, Thorsten, Walter, Christian, der ohne mich als Klotz am Bein den Marathon in einer phantastischen 2:49 gewann, Tobias... jemanden vergessen?
Wiedersehn mit Angie nach 3 JahrenIrgendwann kommen dann auch Sarah und Martin, ihnen steht die Anstrengung im Gesicht geschrieben, das Wetter war ja auch saumäßig, 1 Grad, Regen, Schneeregen - hässlich ohne Ende. Ich bin immer noch glücklich mit meiner Entscheidung, wir fahren nach Bochum zu den Beiden, ruhen ein bischen aus und gehen am Abend dann noch schön essen.
Dies war`s dann in diesem Blog. Ich werde in den nächsten Tagen noch ein kleines Nachwort schreiben. Der Blog begann am 30. November im letzten Jahr und soll an diesem Tag ein Jahr später auch enden. Eine schöne Vorweihnachtszeit wünsche ich Allen. Schaut in den nächsten Tagen nochmal kurz hier rein, ansonsten:
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