Mittwoch, 3. Dezember 2008

Ein paar Gedanken noch zum Schluß....

Ich muß ehrlich sagen, ich bin ziemlich überwältigt von der riesigen Resonanz, die es in den letzten Tagen hier gab und auch davon, daß so viele hier mitgelesen haben, von denen ich nichts wusste. Nun, das freut mich natürlich und ich möchte mich bei Euch allen bedanken.

Warum halte ich nun trotzdem an meiner Entscheidung fest, diesen Blog hier zu beenden? Am 30. November vor genau einem Jahr habe ich begonnen, hier mein Training und damit meine Entwicklung vom reinen Laufsport zum Triathlon zu dokumentieren. Ich habe insgesamt 269 Trainings- bzw. Wettkampftage kommentiert, eben diese Entwicklung, die für mich wahnsinnig spannend war und die ich auch Anfangs mit etwas Wehmut begann. Denn auch wenn ich zu Anfang des Jahres noch ein paar Marathons und als Krönung den Supermarathon auf dem Rennsteig gelaufen bin, so habe ich doch gerade bei diesen Naturmarathons eine andere Art des Laufens kennengelernt. Des Laufens und des Läuferlebens drum herum. Mundharmonikaklänge in den Turnhallen zur Nachtruhe und am Morgen möchte ich nennen, und alles natürlich in Verbindung mit vielen lieben Menschen, die ich in dieser Zeit ins Herz geschlossen habe und die mir nun schon ein bischen fehlen. Ich denke, das dieses Flair der Landschaftsläufe- und Läufer nicht mit dem des Triathlons vergleichbar ist. Es ist einmalig und das soll auch so bleiben. Vielleicht führt es mich ja irgendwann zurück in diese Welt, wer weiß das schon.

Dennoch war es ein spannender Weg, ein lehrreicher Weg, ein schöner Weg, mit vielen, vielen neuen Erfahrungen, mit viel Spaß, viel geschlucktem Wasser und mit mehr Erfolg, als ich es für möglich gehalten hätte, in diesem Jahr.

Aber das wisst Ihr ja alles selbst, habt es ja jeden Tag gelesen, habt mich ermutigt, habt mich aufgebaut und beglückwünscht. Natürlich wird es im Nachbarblog weitergehen, aber nicht mehr jeden Tag, denn ich denke, das ist nicht nötig. Der Weg vom Läufer zum Triathleten ist beendet. Der neue Weg führt nach Roth im Jahre 2010, bis dahin gibt es unterwegs ein paar Meilensteine zu knacken. Es wird so ein bischen eine Gratwanderung zwischen Realität und Utopie - und das wird mindestens genau so spannend. Es wäre schön, auch weiterhin auf Eure Meinung und Eure Kommentare zählen zu können.

Und nun bekommt dieser Blog hier ein Schloss:

Sonntag, 30. November 2008

Die richtige Entscheidung


Als ich gestern bei Sarah und Martin in Bochum ankomme, erklären mir Beide, daß sie sich nach ihrer Erkältung doch eigentlich fit genug fühlen, um den Marathon in gemütlichem Tempo zu laufen. Diese Ansage läßt mich straucheln... ob ich nicht vielleicht doch, mit den Beiden zusammen... einer mehr in der Liste, Nummer 19.... NEIN!!!! Mein Verstand schaltet sich gerade noch rechtzeitig zu. Nein einen Genussmarathon brauchst Du nicht, schon gar nicht in Bertlich, da gibt es nichts zu genießen, da gibt es nur zu leiden - NEIN!!! Damit schiebst Du den Wiedereinstieg ins Triathlon-Training unnötig nach hinten - NEIN!!!!


Am Morgen dann in der Caffeeteria begegne ich "Redcap" Christian, meinen 11 Jahre jüngeren Zwilling, ihn hatte ich ja gebeten, den Hasen für 3:27 zu machen, aber er hatte mit Tobias leider andere Pläne. Nun hat Tobias ihn aber "im Stich gelassen" und er bot sich an, es doch zu tun... oh je, wieder komme ich ins Straucheln. Aber ich habe ja schon eine Startnummer, so eine gelbe für 10 Kilometer.... Aber ich könnte ja - NEIN!!!!


Mein Start ist relativ spät, ich schicke zuvor die Marathonis noch mit auf den Weg, ess was, trink was, häng ein bischen ab, brauche auch diese Zeit immer, deshalb bin ich ja auch sonst immer zeitig am Wettkampfort. Ich will den Zehner voll anlaufen und meine Position checken. Habe ich Chancen auf einen Treppchenplatz in der Gesamtwertung, dann werd ich weiter Gas geben, ist die Konkurenz stark, werde ich mich ausbremsen. Bestzeitentauglich fühle ich mich nicht, die Bronchen sind noch viel zu stark belegt und auch der Schnupfen ist noch da.

Nach dem Start ist mir schnell klar: das wird nix mit der Joggerei, ich befinde mich auf Position 3, das wird ein Kampf. Die Erste ist schnell außer Sichtweite und das will in Bertlich was heißen. Die Zweite immer so 150 m vor mir, und wenn man am Limit läuft, ist das eine Weltreise. Meine Pace ist nur knapp unter der des Halbmarathons, also da steckt noch was drin, denn mehr geht nicht, auch nicht auf nur 10 Kilometern. Sonst aber bin ich gut drauf, Musik im Ohr, doch die Strecke ist nicht sooo flach, wie ich sie in Bertlich erwartet hatte. Aber ok. Der Abstand zur Vorgängerin bleibt unverändert groß, ich komm einfach nicht näher ran und ich bemerke, wie oft sie sich umschaut. Sie kämpft also und das wird es mir nicht leichter machen. Bei km 6 dann überholt mich ein Mädchen, toller Laufstil die Kleine, später sehe ich in den Ergebnissen, daß sie erst 12 Jahre ist. Damit bin ich allerdings auf Platz 4 - wie unschön.... Etwa einen ganzen Kilometer braucht es, bis ich sie wieder ein habe, das verschafft mir auch einen geringeren Abstand zur Zweiten. Noch aber sind 3 Kilometer zu laufen, die Zeit für einen Endspurt scheint mir noch zu früh, so lange halt ich ein höheres Tempo nicht aus.... Km 8, in meinem Ohr plärrt es "Ich will Spaß, ich will Spaß - ich geb Gas, ich geb Gas...." - Dann mach ich`s jetzt. Ich brauche aber fast 1,5 km um ranzulaufen, noch beim Einlauf im Sportplatz, der dann noch einmal zu umrunden ist, ist sie knapp in Führung. Ob was geht? "Lauf Du verdammter Körper, ausruhen kannst Du Dich in 400 Metern, ich geb wirkich alles, mehr geht nicht, ist mir schei$egal, ob ich hinterher umfalle.... ich ziehe vorbei, etwa 300 Meter vorm Ziel - ich weiß, sowas macht man nicht, aber wenn ich`s doch draufhatte... ;o) So laufe ich als Gesamtzweite durch`s Bertlicher Zieltor, muß mich hinterher erstmal an der Stadionstange festhalten, bin aber schnell wieder erholt, die Überholte gratuliert mir, ich entschuldige mich.... Altersklassenmäßig tuen wir uns nichts, sie ist älter, wir gewinnen also beide auch unsere Altersklasse. Es gibt einen schönen Pokal, ein schöner Abschluß der Saison, perfekt nahezu, die Zeit: 46:02 - nicht sehr gut, aber das zeigt mir, daß es für den Marathon heute nicht gelangt hätte, ich habe alles richtig gemacht.



Kathrin und die Starken Männer ;o) - Mit Walter und Thorsten

Siegerehrung nach Bertlich-Art

Nun heißt es auf Sarah und Martin warten, die ihren Marathon laufen. Die Zeit bis dahin ist kurzweilig wie nie, ich treffe so viele liebe Foris, Angie, Roland, Angelika, Thorsten, Walter, Christian, der ohne mich als Klotz am Bein den Marathon in einer phantastischen 2:49 gewann, Tobias... jemanden vergessen? Wiedersehn mit Angie nach 3 Jahren

Irgendwann kommen dann auch Sarah und Martin, ihnen steht die Anstrengung im Gesicht geschrieben, das Wetter war ja auch saumäßig, 1 Grad, Regen, Schneeregen - hässlich ohne Ende. Ich bin immer noch glücklich mit meiner Entscheidung, wir fahren nach Bochum zu den Beiden, ruhen ein bischen aus und gehen am Abend dann noch schön essen.

Dies war`s dann in diesem Blog. Ich werde in den nächsten Tagen noch ein kleines Nachwort schreiben. Der Blog begann am 30. November im letzten Jahr und soll an diesem Tag ein Jahr später auch enden. Eine schöne Vorweihnachtszeit wünsche ich Allen. Schaut in den nächsten Tagen nochmal kurz hier rein, ansonsten:
Nebenan unter http://www.sonntagskind-kathrin.blogspot.com/.

Freitag, 28. November 2008

Der Tag kann kommen

Als ich heute morgen aus dem Dachfenster sehe, begrüßt mich aus Osten ein wunderschöner roter Morgenhimmel und die Luft ist klar und kalt. Ich kann nicht anders, eigentlich war das nicht geplant, aber ich springe in meine Laufklamotten, ohne Uhr geht es los in den wunderschönen kalten Morgen hinaus. Ich glaube es waren so 6 oder 7 Kilometer, diese Runde bin ich das letzte Mal im vorigen Winter gelaufen, zwei Rehe im Wald glotzen mich doof an und nach etwa 40 Minuten liegt mein kleines Dorf wieder vor mir im Sonnenschein. Der Tag kann kommen - aber das sagte ich ja schon :o)

Donnerstag, 27. November 2008

Hasenrolle ohne Ohren - oder so

Durch diverse Dinge, die zu erledigen waren, kam ich erst gegen 20:30 Uhr auf die Rolle, aber zur Entschädigung für das "Spätabendstraining" gabs "Keinohrhasen", was die Sache doch tatsächlich kurzweilig und angenehm machte. Nach 1:20 h bin ich aber dann runter, es war kurz vor 10 und ich muß ja immer noch ein bischen "runterfahren", sonst wirds zu spät für`s Bettchen. Und da geh ich jetzt hin. Gute Nacht.

Mittwoch, 26. November 2008

Meine Fresse...


... war das geil!!! Man möge mir meine Ausdrucksweise verzeihen, aber das kommt von über einer Woche Sportabstinenz (ja, ja, mal von dem kleinen Triathlon am Wochenende abgesehen)
Den ganzen Tag scheint hier bei knappen 0 Grad und gestern Abend nochmal frisch gefallenem Schnee die Sonne. Und ich sitze in meinem verdammten Büro und kämpfe mehr oder weniger mit den Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise... ;o) Als ich dann nach 15 Uhr endlich in die Laufschuhe darf, ist es auch hier vorbei mit der Sonne, trübe Regenwolken und ein Temperaturanstieg in den Plusbereich machen einen hässlichen Novembernachmittag aus diesem so schön begonnenen Tag (ich muß irgendwie wieder zum Morgenläufer werden).

Ich aber will!!!, ich will meinen Schneelauf im Winterwald, auf den ich die letzten Tage verzichten musste und so gings unbeirrt hinein in meinen Lieblingswald. Und auch wenn es überall am tauen war - für mich war es heute der geilste, der allergeilste Lauf im geilsten, im allergeilsten Winterwald der ganzen Welt. E n d l i c h wieder laufen, ich hätt noch mindestens 5 Kilometer an die acht dranhängen können, aber es war mir dann doch zu dunkel und übertreiben wollt ich`s ja auch nicht gleich! Und, um den Eintrag auch gebührend abzuschließen: Jetzt gehts mir so richtig SAUGUT!

Dienstag, 25. November 2008

Ich bin medikamenten-resistent

Ja, so issa, mein Körper! 4 Jahre lang hat er sich erfolgreich gegen Eindringlinge gewehrt, bis ich beim meinem übertriebenem Saunabesuch sämtliche Abwehrkräfte in mir abgekocht habe. Seit dem hat eine hässliche Erkältung Oberhand und läßt auch nix anderes mehr rein. Grippostat, Aspirin, nichts hat eine Chance - ich werde gestraft für diese Dummheit.... ;o)

So im Allgemeinen geht es mir ja schon wieder recht gut und ich nutze die Zeit des Nichttrainings für Dinge, die sonst liegenbleiben oder vernachlässigt werden. So habe ich am Wochenende schon alles im Haus auf "Weihnachtlich" gemacht, passt ja zum Wetter, und gestern war ich dann mal ein bischen shoppen. Ein bischen, das sind bei mir 2 Stunden, dann ist es genug... ;o)

Hartnäckig hält sich im Moment bei mir der festsitzende Husten und ebenso der Schnupfen. Ich habe es nun noch einmal mit ACC akkut versucht, wenn sich bis morgen nichts ändert, werde ich wohl doch mal zum Doc. Ich hätte gehofft, Schöneres schreiben zu können, jetzt, wo sich dieser Blog langsam dem Ende neigt. Gleichzeitig nutze ich diese unfreiwillige Unterbrechung aber auch als Saisonpause und ich werde dann nach vollständiger Genesung noch eine Woche "Just for Fun" dranhängen, wo alles kann aber nichts muß. Und danach beginnt dann für mich ein neuer Plan, eher als gedacht, aber schaden kann es ja nicht, denn Triathleten werden ja bekanntlich im Winter gemacht.

Aber morgen, da werde ich einen klitzekleinen Genusslauf wagen, ich hoffe, es ist dann noch genug Winterwald übrig für mich, denn im Moment sieht hier alles zauberhaft aus.

Samstag, 22. November 2008

Auch große Leute machen manchmal dumme Sachen

Zwei Grad minus und ein verschneites kleines Dorf im Sonnenschein - das war mein Blick heute morgen aus dem Fenster. "Triathlon andersherum", der 18. bereits, das heißt, erst laufen, dann Rad und am Ende Schwimmen in der Halle. Ich freute mich schon lange auf dieses Ding, denn im letzten Jahr hab ich mir die Schwimmstrecke von 400 m einfach noch nicht zugetraut. Und es ist ja nur ein kurzer, deshalb habe ich mich entschlossen, trotz meines immer noch starken Hustens und des Schnupfens, zu starten. Das also ist die dumme Sache. Und es wurde auch nicht besser, als mir meine Sportfreunde vor Beginn der Veranstaltung bestätigten, wie krank ich doch aussehe... tzzzzzh, das ist moralische Kriegsführung - nicht mit mir ;o)

Wegen der Glätte und des Schnee`s wurde das Rad fahren komplett gecancelt, ist auch besser so, denn die Gefahr eines Sturzes war schon arg. Ich habe ja noch nicht mal mein Auto vernünftig vor der Schwimmhalle zu stehen gebracht, ok, ich habe auch erst am Montag einen Termin zum Reifenwechsel - selbst schuld.

Die Konkurenz hielt sich in Grenzen, neben mir starteten nur 3 weitere Frauen, alle aber viel jünger als ich. Bereits nach der ersten von 4 Laufrunden war ich in Führung, aber beim Laufen spürte ich es ganz deutlich: fit fühlt sich anders an. Das Schwimmen am Schluß war das reinste Vergnügen und ich hatte das Gefühl, richtig schön durchs Wasser zu gleiten. War ja auch mal ne völlig neue Erfahrung, so auf abgesperrter Bahn beim Wettkampf. Cool irgendwie. Zeiten gibts nicht, da nur die Gesamteinläufe gezählt wurden, ich bin auch ohne Uhr gelaufen und geschwommen, weil ich mich mit meiner Erkältung nicht noch zusätzlich unter Druck setzen wolle. So bin ich Erste geworden, Preisgeld gabs sogar auch.
Zielanschlag
Und jetzt wird wieder weiter gehustet. Interessant für mich sind die Schwimmfotos, da sehe ich auf Anhieb, daß ich irgendwie viel zu weit mit dem Arm aushole... Es gibt noch viel zu tun.