Dienstag, 30. September 2008

Wenn ich nicht klettern kann, dann lauf ich eben

Und ich habe mich so gefreut! sagst du vorwurfsvoll, wenn dir eine Hoffnung zerstört wurde. Du hast dich gefreut – ist das nichts?
Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach, (1830 - 1916)
Gestern Abend bereits kündigte sich an, daß unser Klettern im Elbsandsteingebirge wohl im warsten Sinne des Wortes "ins Wasser fallen" würde. Das Klettern am nassen Felsen ist verboten. Bine schlug zwar vor, in eine XXL-Kletterhalle nach Dresden zu fahren, aber wer einmal am Felsen geklettert ist, dem ist das nur ein schwacher Trost. Und so entschloss ich mich dann, meinen für heute geplanten Urlaubstag aufzusparen und arbeiten zu gehen.
Dafür bin ich dann um 17 Uhr mit Matti und Bianka bei strömendem Regen zum Lauf gestartet. Weil ich nun endlich mal meinen immer noch knapp 3 überflüssigen Kilos, die ich immer noch vom Urlaub mitschleppe, den Kampf angesagt habe, gab es heute nur fettarmen Joghurt zum Mittag, und das hab ich dann beim Lauf schon bemerkt, die letzten 5 Kilometer der insgesamt 18 waren dann doch ein bischen härter, als gedacht.

Fotos vom Foritreffen mit Runnersworld...

... gibts HIER.

Montag, 29. September 2008

"Und immer wieder...

... sind es die Begegnungen mit den Menschen, die das Leben lebenswert machen."
Guy de Maupassant, (1850 - 1893), französischer Erzähler und Novellist
Nur ab und an läßt sich die Sonne heute hinter den dicken Wolken hervorlocken, aber ich habe heute noch einen Tag frei und deshalb ist das Wetter egal. Ich setze mir die gelben Gläser in die Brille ein, damit scheint eh immer die Sonne, egal, wie trübe es auch sein mag. Am Anfang ist es ein bischen frisch, aber irgendwann bin ich einigermaßen warmgefahren.
Wie immer bin ich im Zwiespalt zwischen verdreckten Radwegen und dicken LKW`s auf der Landstraße und ich wäge genau ab, wann ich wo fahre. Ich hasse das.
Nach etwas mehr als 40 Kilometern kommt ein langer, langer Berg und ich sehe vor mir einen Jungen, etwa 17/18 Jahre alt, wie er sich mit seinem Mountainbike den Berg hinaufquält. Ich fahre locker im Sitzen an ihm vorbei und wußte genau, daß er das nicht auf sich sitzen läßt. Ungefähr 3 min später hat er mich, laut prustend und mit hochrotem Kopf, wieder eingeholt. Das könne er nicht auf sich sitzen lassen, meinte er. Wir kamen ins Plaudern, er erzählte dann von seinem Schuljahr in Minnesota, es war richtig toll. Nach etwa 7 Kilometern trennten sich unsere Wege, ich hatte dann noch 11 nach Haus. In der Summe 58,xx Kilometer, die nicht wegen des tollen Wetters oder der schönen Landschaft, vielmehr aber wegen der netten, unerwarteten Begegnung noch ein wenig nachklingen.

Sonntag, 28. September 2008

Autsch...

... mein Bericht vom Wochenende ist im Nachbarblog gelandet, ich hab aber keine Lust, die ganzen Bilder neu hochzuladen, denn meine Internetverbindung hier in Westpolen ist nicht die Beste. Also einfach >HIER< klicken. Na ja, hat ja auch nicht unbedingt was mit Triathlon zu tun, deshalb ist er da ja vielleicht gar nicht so schlecht aufgehoben.

Freitag, 26. September 2008

Sportliche Tiefflüge...

...heute und leider auch morgen. Sollte mir eigentlich guttun - tut es aber nicht. Ich hätt so Bock auf´n Marathon am Wochenende, ohne Mist. Glücklicherweise halten mich Verpflichtungen davon ab.Heute morgen vor der Arbeit hab ich noch 200 sit ups hinbekommen. Nachmittags einkaufen, Haushalt und jetzt gehts zur Geburtstagsfeier. Dabei würd ich viel lieber ein Läufchen in meinem schönen Wald....Morgen früh Arbeitseinsatz für den Schlaubetal-Marathon, ist wichtig und läßt sich auch nicht verschieben. Danach fahr ich dann mit Anett zusammen nach Berlin zur Marathonmesse, ich brauch dringend ein paar Laufschuhe für längere Strecken. Und wenn ich schon mal da bin, werde ich natürlich am Abend noch beim Foritreffen im Mangoo vorbeischauen.Hehe, da fällt mir gerade ein, ich könnt ja beim Laufschuhkauf eines der Laufbänder missbrachen, so´n 10er auf´m Band bei der Messe ist doch bestimmt auch geil ;o)Sonntag dann endlich wieder raus, freu mich schon. Offizielles Ablaufen der Halbmarathonstrecke. Kann´s kaum erwarten.

Donnerstag, 25. September 2008

Herbstahnung

Die Eichen sind die ersten Gesellen, die sich mit aller Kraft auf den Herbst vorbereiten. Überall auf den Radwegen muß man den Eicheln ausweichen und in den Baumkronen zeigt sich schon das ein oder andere bunte Blatt. In weniger als 4 Wochen, wenn unser Schlaubetal-Marathon startet, werden die Laubwälder hier golden sein.

In Gedanken daran genieße ich auf meiner heutigen Radausfahrt noch einmal die Sonnenstrahlen und das Grün der Bäume, Felder und Wiesen. Noch einmal den vergangenen Sommer atmen, trotz Überschuhe, sie waren heute eine gute Wahl.

48 schöne, lockere Kilometer über die sanften Hügel meiner Heimat. Eingebrannt in die Erinnerung für viele Stunden auf der Rolle. Glückliche Zeit.

Mittwoch, 24. September 2008

Ein Hauch von Urlaub...

an einem gewöhnlichen Arbeitstag. Mitten in der Wettkampfsaison ist ein Sauna-Besuch ja eher ungünstig, was die Muskelspannung betrifft. Zumindest dann, wenn man schnelle Wettkämpfe bestreiten möchte. Und so leiste ich mir heute einmal den Luxus, in der Schwimmhalle war ich ja schon länger nicht, gute Möglichkeit, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden und langsam wieder ins Schwimmtraining einzusteigen.

Nach zwei Saunagängen und schönen kalten Duschen bin ich dann noch ins Schwimmbecken und locker 1000 m geschwommen. War ein gutes Gefühl im Wasser.

Dann schnell heim, umziehen und zur Feuerwehrübung für den Nachtausscheid. Die schnell hereinbrechende Dämmerung kam uns natürlich zu Gute beim Üben für den Wettkampf in der Nacht. Für mich wird es nur ein kurzer Auftritt dort, nach meinem Einsatz hau ich ab nach Hause, denn am nächsten Tag möchte ich noch bei einem Duathlon starten. Und das bedeutet frühes Aufstehen. Aber die können auch ohne mich feiern. Na ja, einmal wenigstens ;o)

Dienstag, 23. September 2008

Ein Läufchen mit Anett...

... war lang schon überfällig. Aber es hat halt immer nicht so gepasst, von den Trainings her. Aber heute nun, Anett tapert für Berlin und ich brauch heute auch noch keine 15 ;o)

So sind wir beide nach der Arbeit schön locker und ausdauernd plappernd 8 Kilometer gelaufen. Das hatte was und ich denke, im Winter machen wir das öfter!

Ein paar Bildchen...

... vom Schorfheide-Marathon hat mir Elke per Mail geschickt. Und da es vom gestrigen Training nichts zu berichten gab, da kein solches stattfand, hier noch ein paar Fotos.
Erstmal den richtigen Startblock finden... ;oD
Welch ein Gedränge hier: Ellenbogen einsetzen!
50 Meter vor dem Ziel

50 Meter hinter dem Ziel

Und wieder neue Menschen kennengelernt (und natürlich ein bischen Werbung für meinen Schlaubetal-Marathon gemacht

Montag, 22. September 2008

Off Season - oder - Ein Marathon geht immer

Seit der letzte Triathon der Saison Geschichte ist, schlendere ich ja so ein wenig planlos durch die Trainingsgegend, bevor am 6. Oktober in den Marathonplan für Triathleten einsteige. Dazwischengepoltert ist mir ja bereits der 24-Stundenlauf von Bernau, und dieser brachte mich auf die Idee, mal was Verrücktes auszuprobieren.

Ob ich denn nach all dem Triathlontraining, bei dem der längste Lauf lt. Plan 1 Stunde dauert, und den ich nur aus Lust und Laune manchmal auf 1,5 Stunden ausweitete, in der Lage sein werde, einen Marathon zu laufen?! Ich hatte keine Ahnung, wie es ausgehen würde, ins Ziel wandern geht sicher immer irgendwie. Der Schorfheide-Marathon nördlich von Berlin, in genau jenem Gebiet, in dem früher Honnecker und Co ihr Jagdrevier hatten, der vom Profil her recht anspruchsvoll und somit sowieso nicht bestzeitentauglich ist, mit viel Natur für die Sinne - der schien mir geeignet für dieses Experiment, zu dem ich mich am Mittwoch, den 17. September entschloss.
Am Donnerstag habe ich dann nach den 24 Stunden das erste Mal wieder die Laufschuhe geschnürt, für lockere 12 Kilometer im Wald, nur um zu sehen, wie es sich anfühlt, und ob ich Freude am Laufen hätte. Hatte ich. Samstag sind wir die Strecke des Schlaubetal-Marathons mit dem MountainBike abgefahren, danach war ich eigentlich schon platt.

Leider bin ich ein Trotzkopf, ich hatte mir den Marathon in den Kopf gesetzt, also mach ich`s auch. Selbst das Geprassel der Regentropfen aufs Dachfenster am frühen Sonntag Morgen um 5 Uhr konnte mich nur kurz an der Mission zögern lassen.

Als ich dann um 6:30 Uhr mit Sack und Pack das Haus verlasse, kommt meine Tochter heim, das Herz übervoll und die Augen voller Tränen. Natürlich nehm ich mir die Zeit - alle Zeit der Welt, kein Marathon ist wichtiger, als die eigenen Kinder. Trotzdem schaffe ich es pünktlich, ich fahr ja gern mal auf der Autobahn ein bischen schneller.

Während der Fahrt überkommen mich dann doch einige Zweifel an der Machbarkeit der Mission. Ich tröste mich dann mit so Gedanken wie.... "der längste Trainingslauf für den Rennsteig SM war die Harzquerung mit 51 Kilometern. Die letzten 23 kamen auch von allein ;o)"

Auf dem Gelände angekommen (Elke hat die Atmosphäre dort gut beschrieben) freute ich mich nach der Triathonsaison sehr über das Wiedersehen mit meinen Läuferfreunden Elke, Andreas und Bettina, für die ich sozusagen der Überraschungsgast war.


Ich hatte mir für den Kopf eine Herangehensweise zurechtgelegt, die meiner "triathletischen Denkweise" entsprechen könnte. 32 Kilometer Trainingslauf und anschließend noch 10 von T2 (Wechselzone 2) bis ins Ziel - und zwar "volles Rohr". Das Laufen mit ermüdeten Beinen kenn ich ja.
Die ersten 15 Kilometer gehen immer wieder über übeles Kopfsteinpflaster ehemaliger Poststraßen durch die wunderschöne Schorfheide. Bei Kilometer 7 knicke ich innerhalb weniger Minuten zweimal mit dem Fuß um, glücklicherweise ohne Nachwirkungen. Ich laufe sehr locker, befinde mich wohl im hinteren Drittel des Läuferfeldes und wundere mich über das Tempo, das hier für einen Marathon angeschlagen wird. Von mir aus, sollen sie doch. Ich laufe einen Schnitt knapp über 6 Minuten/km und tatsächlich merke ich meine Muskeln schon bei Kilometer 20. Aber nicht irgendwie dramatisch - nur - ich merk sie eben. Es fehlen eben die langen Läufe in der Vorbereitung und das Kopfsteinpflaster hat ziemliche Energie gekostet. Nun gehts mal durch eine Sandwüste, auch nicht gerade kräfteschonend, trotzdem bin ich guter Dinge. Die Halbmarathonmarke passiere ich bei 2:10. Die Strecke ist bis hierher hügelig, die richtigen Berge sind für das letzte Viertel angekündigt. Also locker bleiben.

Irgendwann muß ich mal ins Gebüsch verschwinden, verstricke mich dabei mit dem Kabel meiner Kopfhörer und setze auf diese Weise vielleicht 5 Minuten in den märkischen Sand. Egal. Durchkommen ist wichtig. Bei Kilometer 30 bin ich auf mehrere Einzelkämpfer aufgelaufen, jene, die es am Anfang wohl ein wenig eilig hatten. Eigentlich wollte ich meinen Endspurt ala Triathlon ja erst zwei Kilometer später beginnen, aber jetzt bin ich so angestachelt, ich kann mich nun nicht mehr zurückhalten. Feuer frei, jetzt erwacht das Kampfschwein in mir. Ich gebe Gas und sammle ein. Zwei knackige Anstiege erwarten mich jenseits der 35 km-Marke, das kostet nochmal Kraft, ohne Frage. Ein von Krämpfen geplagter Mitläufer versucht, rückwärts den Berg hinunterzuwanken. Ich kann ihn natürlich nicht seinem Schicksal überlassen, ich gebe ihm Salztabletten und Magnesium und wünsche ihm viel Glück. Weiter gehts, nach dem letzten kräfteraubenden Anstieg, wenn man glaubt, es ist geschafft, kommt noch ein ganz leckeres Bonbon. Es geht 3 Kilometer über eine gemähte Kuhwiese mit Holper-Stolper-Löchern, sehr, sehr schwierig zu laufen, wenn man bereits 39 Kilometer in den Knochen hat. Spätestens hier tuts endlich richtig weh.

Nach 4:16 laufe ich sehr zufrieden ins Ziel. Das war`s! Marathon Nummer 18 - mal eben so - bringt mir mit der Leistung sogar noch den 2. AK-Platz ein und den 6. in der Gesamtwertung von 19 Frauen.

Ein geiles Gefühl, wenn man von sich sagen kann: Marathon geht immer!

Mittwoch, 17. September 2008

Vierundzwanzig Stunden

Noch gut 2 Stunden, bis der Startschuß fällt, bis die große Uhr über der Zeitnahme auf 00:00:00 schaltet, und gnadenlos langsam die Stunden zählen wird, egal, ob es dämmert, ob es nacht wird, ob es kalt oder warm ist. Sekunde um Sekunde wird verrinnen und erst wenn die Erde einmal komplett um ihre eigene Achse gedreht hat, werden wir wissen, wie es ist, 24 Stunden ein Team zu sein, zu Viert so viele Kilometer wie möglich zu laufen, auftretende Schwächen zu kompensieren und sich gegenseitig aufmuntern.

Mit den beiden Eisenhüttenstädter Einzelläufern Matthias und Günter nach der Ankunft im Stadtpark

Wir, das sind Katrin, Sven, Thomas und ich als Läufer - und nicht zu vergessen, unsere "gute Seele" Moni, die immer pünktlich unsere aktuellen Startkarten ausfüllte, uns Essen und Getränke reichte, wenn wir unter der Decke keine Wärme vergeuden wollten, kurz, die selbst kein Auge zumachte, weder in der Nacht, noch am Tage und die immer für uns da war.

Pünktlich um 14 Uhr fällt der Startschuß und für uns geht Sven als erster ins Rennen. Durch eine kleine Häusergasse geht es an die Stadtmauer, diese 270 Meter dienten mir persönlich immer zum Einlaufen, dann an der Mauer entlang, eine mit Bohlen überdeckte Treppe hinab, vorbei an Teich und Bach, Friedhof, einen Hügel, der sich später als Berg entpuppte und dann wieder durch die Zeltstadt ins Ziel 1,615 Kilometer lang, wieder und wieder zu laufen - 24 Stunden lang. Was werden Geist und Körper wohl in ein paar Stunden dazu sagen? Wir wissen es nicht.


Noch scheint die Sonne, noch reicht eine dünne Jacke zwischen den Läufen. Es gibt Schmalzstullen, Tee, Kaffee, ich verpflege mich reichlich inden kurzen, etwa 25-minütigen Pausen. Und packe immer die Beine hoch. Nur keine Kraft vergeuden. Das Einzige, was ich ohne Nachzudenken tue, ist meinen Beiden Lauffreunden aus Eisenhüttenstadt, Matti und Günter, die die 24 Stunden allein bestreiten, in deren kurzen Pausen heißen Tee zu holen. Aber sonst: alle Energie im Körper lassen.

Gegen 19 Uhr, die ersten 5 Stunden sind geschafft, stellen Sven und ich ernüchternd fest, daß wir schon ganz schön kaput sind, aber doch erst jeder noch keine 15 Kilometer gelaufen sind. Jetzt blos nicht den Kopf regieren lassen. Weiter, einfach immer weiter machen. In diesen ersten 5 Stunden kam ich 9 mal zum Einsatz, lief eine Durchschnittspace von 5:11, das heißt, die Runde im Schnitt in 8:26 min.

Thomas hat sein Notebook dabei und so kommen wir auf die Idee, einen Live-Ticker zu schreiben. Wir haben ne Menge Spaß dabei und es tat gut, zu sehen, daß es da draußen welche gibt, die uns die Daumen drücken und uns anfeuern. So langsam wird es dunkel, überall gehen Lichter an, und Feuer. Mit allem wird geheizt, Heizstrahler, Feuerkörbe, Kanonenofen. Zu meinem Leid, denn ich bekomme mein Asthma und krame verzweifelt in meinen Sachen nach dem Notfallspray. Verdammt, ich kann es nicht finden. So habe ich zwischen den Läufen mit dem Abhusten zu tun. Beim Loslaufen pfeife ich wie eine Dampflock, nach etwa 500 m, also genau dort, wo die Treppe mit Holzbohlen überdeckt ist, merke ich, wie meine Bronchen wieder frei werden. Kurz darauf geht es aber den Hügel hoch - also wieder knappe Luft. Nach einigen Stunden Quälerei und immer wieder Suchen nach dem Spray (ob ich es nicht vielleicht doch irgendwo versteckt hab....), wecke ich die im Rettungswagen schlafenden Sanis. Nein, ein Notfallspray haben sie nicht, sie könnten aber den Notarzt holen, dann bekäme ich eine Infusion. Ich habe dankend abgelehnt, wird schon gehen.

Bevor die Nacht so richtig anbricht, also um 22 Uhr, ziehe ich mich zwischen den Wechseln einmal komplett um. Das ist dann vorübergehend sehr angenehm, in den warmen, trockenen Sachen zu laufen.

Als die Turmuhr um Mitternacht schlägt, die zweiten 5 Stunden vorbei sind, haben wir jeder 17 dieser Runden, also 27,5 Kilometer hinter uns. Meine 8 Einsätze lief ich im Schnitt in 9 Minuten pro Runde, also knapp unter 6min/km

Mental wird es nun hart. 10 Stunden liegen hinter uns, 14 noch vor uns. Wohlwissend, daß es keine Ruhe geben wird, wohlwissend, daß die Kälte, die langsam an den Gliedern hinaufkriecht, noch zunehmen wird. Müdigkeit ist nicht so sehr das Problem, auch muskulär geht es mir recht gut. Aber die Kälte. Das Schlimmste ist, sich nach der kurzen Ruhezeit von 10 min wieder die Decke von den Beinen zu reißen. Die Kälte beißt sich sofort fest. Aber es nützt ja nichts. Moni füllt immer noch tapfer unsere Startkarten mit unseren Nummern aus. Damit gehts in die Wechselzone, ich stelle mich immer an den vorderen Rand, um nach Thomas Ausschau zu halten. Er hat die Angewohnheit, immer kurz vorm Wechsel sehr weit nach Links zu laufen, das erleichtert mir das Erkennen kurz vorher. Wenn ich ihn erblicke, schnell die Jacke aus, in den Zaun geklemmt, Thomas mit einem Lächeln abgeklatscht und hinaus in die Nacht. Die Strecke ist wunderschön bunt beleuchtet, gerade an der Stadtmauer gleicht sie einer Märchenkulisse. Nach etwa 800 Metern beginnt der erste leichte Anstieg, pünktlich an dieser Stelle ist der Körper warm. Im Ziel schnappe ich mir stehts ein heißes Getränk und verschwinde sofort unter meiner warmen Decke. Die Wärme muß so lange wie möglich konserviert werden. In den nächsten zwei Stunden laufen wir zu dritt, Katrin nimmt sich eine kurze Auszeit, um uns danach wieder frisch zur Verfügung zu stehen. So ist es ausgemacht, so ist es in Ordnung. Mir selbst gefällt dieser kurze Wechsel sogar, da die Muskeln nicht so lange auskühlen können. Der Mond scheint genau auf unser kleines Camp, ab und an ein Wölkchen, es liegt eine einzigartige Magie in dieser Nacht. Ein Freund schickt mir per SMS gute Wünsche und Kraft, und auch im Forum gibt es tatsächlich welche, die unser Abenteuer verfolgen. Irgendwann in dieser Nacht hab ich mal meinen Körper gefragt, was der von dieser Aktion hält. Er wisse es nicht, meint er. Er fragt mich nur, ob das jetzt immer so weiter geht... ;o)

Die Stimmung im Team ist weiterhin gut, auch wenn wir im Moment nicht viel reden. Jeder ist irgendwie bei sich. Mir selbst geht es gut, acht Mal laufe ich in der Zeit zwischen 0 und 5 Uhr, die Runden im Schnitt knapp unter 9 Minuten.


15 Stunden vorbei - 9 noch vor uns. Die Nacht zieht sich wie Gummi, immer noch ist die Kälte das Schlimmste, obwohl es bedeckt ist. Von Müdigkeit keine Spur, der Körper kommt nicht dazu, daran zu denken. Er tut etwas Anderes. Er tut genau das, was er bei fast jedem meiner Marathons zwischen Kilometer 36 und 38 tut. Er beschehrt mir ein permanentes Stechen in der Brust, genau in der Herzgegend. Ich kenne das schon und bleibe gelassen, nur fällt es mir schwer, das Tempo zu halten, unter diesen Umständen. Ich schaffe es dennoch. Ich weiß ja, daß es nicht das Herz ist, sondern ein kleiner Muskel genau hinter den Lungen, der verspannt ist, und der diese Schmerzen ausstrahlt. Von nun an dehne ich meinen Oberkörper vor jeder Runde, und dieses kleine Biest läßt mich auch wieder in Ruhe. So kann ich in diesen 5 Stunden bis 10 Uhr morgens das Tempo in den Runden noch einen Tick anziehen. Ich laufe 7 Runden, darunter meinen persönlichen Marathon, Durchschnittszeit pro Runde 8:40min. Inzwischen ist es ja wieder hell geworden, leider läßt uns die Sonne noch im Stich. Noch 4 Stunden, dann ist es geschafft.

Eine der Schwierigkeiten bei dieser Art Unternehmen ist auch die Ernährung. Der Körper ist permanent gefordert, braucht Energie und Flüssigkeit. Aber irgendwann will nichts mehr von dem, was man hier seit über zwanzig Stunden ständig nachschiebt, hinein. Aber es muß. Und irgendwie geht es dann auch.

Noch 6 volle Runden werde ich in den verbleibenden 4 Stunden zum Einsatz kommen. Es ist jetzt etwas wärmer geworden, obwohl die Sonne sich permanent zurückhält. Wer jetzt meint, mein Akku müsse doch jetzt langsam leer sein, der liegt falsch. Das nahende Ziel gibt mir noch einmal so richtig Kraft. Auch in den Pausen bin ich weniger im Liegestuhl zu finden, versuche, den Körper in Bewegung zu halten. Was soll nun noch passieren. Meine Rundenzeiten pegeln sich auf 8:10 ein, das ist schneller, als am Anfang. Nicht ganz unschuldig daran ist Thomas, dessen persönlicher Ehrgeiz nun noch einmal so richtig aufflammt, vielleicht schaffen wir die 240 Kilometer ja doch noch.

Je näher die große Uhr an die 24 rückt, desto wacher werde ich, desto mehr steigt die Laune - auch im Team. Wir sind uns zwar (bis auf Thomas) alle einig, daß wir das nicht noch einmal haben müssen, aber wir sind uns auch sicher, daß wir das niemals vergessen werden.

Als Thomas einige Minuten vor 14 Uhr auf seine letzte Runde geht, mache ich mich zum Endspurt bereit. Eine ganze Runde werde ich nicht mehr schaffen, soviel ist klar. Aber um jeden Meter kämpfen will ich noch einmal. So richtig die Sau rauslassen... ;o) Ich nehme also das Kärtchen mit der Zahl 147 und begebe mich zum Checkpoint. Als Thomas in der Wechselgasse erscheint und wir uns abklatschen, läuft der Countdown der letzten Minute. Ich gebe noch eimal Vollgas, habe es etwas schwer, durch die frenetische feiernde erste 10er-Staffel hindurchzukommen, und schaffe es bis zum Beginn der Stadtmauer. Dann gibts den großen Knall - aus, finito, das Rennen ist zuende. Ich warte auf den Vermesser, er notiert für`s Team noch einmal 270 Meter.

Mit den 240 Kilometern hat es leider nicht ganz geklappt. Aber das ist auch völlig egal. Wir sind als Team 236,142 Kilometer gelaufen.

Was bleibt und was zählt, sind nicht die Kilometer. Es ist die Erinnerung an 24 Stunden Gemeinsamkeit, gegenseitiges Aufmuntern, Gespräche, mehr oder weniger sinnvoll je nach Fortgeschrittenheit der Stunde, das Spüren des eigenen Körpers, die überraschend vielen mentalen Aufs und die wenigen Abs. Und immer wieder auch die Bewunderung für die Einzelläufer, die das ganz allein durchgestanden haben.


Ich habe dieses Abenteuer für mich persönlich immer noch nicht ganz verarbeitet. Es waren so viele Eindrücke, die ich mit nach Hause genommen habe. Ich weiß, daß ich das bis ans Ende meines Lebens nicht vergessen werde.

Vielleicht sollte es schon aus diesem Grunde einmalig bleiben. Ich weiß aber auch, daß es mein Ding nicht sein wird, allein 24 Stunden im Kreis zu laufen. Aber das muß ich auch nicht. Ich habe andere Ziele.Mein Dank gilt Thomas, Sven, Katrin und Moni – Ihr seid wunderbar.

Dienstag, 16. September 2008

Kühl ist´s auf´m Rad

Das Thermometer zeigt nur 11 Grad, die Sonne kommt auch nicht hinter den Wolken hervorgekrochen. Also warme Sachen an, die gelben Gläser in die Sonnenbrille, dann mach ich mir eben meinen eigenen Sonnenschein :o) und rauf auf meinen Blitz, den ich am Samstag so gnadenlos hab hängen lassen. Er sieht es mir nach, treu wie immer trägt er mich durch den kalten Nochsommertag. Nach 20 Kilometern entscheide ich mich allerdings für die kürzere 36km-Runde, und nicht für die geplante 50er, da ich meine Zehen vor Kälte nicht mehr spüre. Die dicken Socken haben nicht gereicht, ich hätte schon Überschuhe gebraucht.

Trotzdem tat es gut, den Wind um die Nase zu spüren, den Tag vorbeirauschen zu lassen und die Beine zu lockern. Und jetzt gehts in die heiße Wanne!

Wieder Oben Auf

Nach meinem 24-Stunden-Abenteuer bin ich bereits wieder vollständig hergestellt. Der kleine Muskelkater, der sich gestern noch in meinen Oberschenkeln amüsierte, ist heute fast verschwunden. Es war schon ein sehr einprägsames Erlebnis, sowas, was man niemals vergisst. Ob ich es noch einmal wiederhole, weiß ich noch nicht.

Gestern habe ich, außer meinen ganzen Kram ausgepackt und gewaschen, nichts getan, was irgendwas mit Sport zu tun hatte. Heute habe ich aber schon wieder Lust auf eine Radrunde. Und irgendwie habe ich Lust, am Wochenende mal wieder was Verrücktes zu machen... ;o)

Samstag, 13. September 2008

"Wer A sagt...

... muß nicht automatisch auch B sagen. Er kann auch erkennen, das A falsch war."

Nach dem Motto habe ich mich heute morgen, bereits in voller Wettkampfausrüstung vor dem Rechner sitzend und während mein Kaffeewasser kocht nach neuen Infos in unserem Thread suchend, gegen den von mir geplanten Duathlon entschieden.

Ich wußte bis heute morgen nicht, daß nach jeder der 1,6 km-Runde gewechselt werden muß. Das hieße, wenn ich erst gegen 17 Uhr anreise, meine Teamkollegen über 3 Stunden alle 15 Minuten wechseln müssen und auch ich dann, nach einem voll gelaufenen Duathlon nicht zur Ruhe kommen kann. Es ist also nix mit "mal ein Stündchen schlafen in der Nacht".

Die Entscheidung fiel mir nicht leicht, denn beim Duathlon hatte ich mir Siegeschancen ausgemalt, da meine schwächste Disziplin beim Tri durch meine stärkste ersetzt wird. Außerdem werde ich nun nicht in die Cup-Wertung kommen, da die Anzahl der Wettkämpfe nicht ausreicht. Stünde nicht das Team dahinter, hätt ich mich gegen den 24h-Lauf entschieden. So aber... Was soll`s, jetzt steh ich der Staffel zu 100% zur Verfügung. Nun muß ich nur noch mein Rad aus dem Auto packen. Wie ich dem das nur erklären soll...;o)

Freitag, 12. September 2008

Ich glaub, ich zieh um...

Das Einlaufen für die kurzen 400er Intervalle gestern gestaltete sich schon irgendwie schwierig. Mein Physio hat mir zwar allen Schmerz aus dem Muskel massiert - aber auch jegliche Spannung. Und so lief es sich auch. Mit unfittem Gefühl begann ich dann nach 3 km die Intervalle, das Ergebnis bestätige das Gefühl... 4:26/min auf 400 m - Katastrophe...

Mit zunehmender Anzahl wurde es aber etwas besser - Bestpace 4:10 - geht also doch. Beim Auslaufen habe ich dann gar nicht bemerkt, daß ich, obwohl es sich locker anfühlte, einen 5:10er Schnitt lief. War selbst freudig überrascht.

Heute hab ich die Klamotten für den Doppelwopper gepackt. Erst für den Duathlon, das hat ja nun schon fast Routine, nur ohne Neo und Badekappe diesmal. Aber dann wirds spannend: 4 x komplette Laufausrüstung, 2 x kurz, 1 x mittellang und 1 x lang. Nachts sollen die Temperaturen ja bis 5 Grad runtergehen. Dazu Liege, Schlafsack, Decke, Duschzeug, warme Sachen für die Pausen... was brauch ich noch - ach ja, bequeme Schuhe für die Pausen, Mütze.

Oh mann, bin gespannt, was das wird. Und jetzt koch ich mir ein paar Nudeln, und verschwinde mit nem Franziskaner Bleifrei auf der Couch. Mahlzeit!

Donnerstag, 11. September 2008

(Zu) kurz und knackig

Gestern war ich wegen meiner Wade bei meinem Physiotherapeuten. Er ist ein Engel, er bekommt auch wirklich alles hin. Benehmen tut er sich dabei aber wie ein Teufel. Mann, war das wieder schmerzhaft. Ich bin nicht zur Wellness hier, ist dann immer sein Kommentar, und so beiß ich lieber in die Finger, als zu jammern ;o). Als ich die Pritsche verlasse, schwebe ich fast. Toll, wie der das immer alles hinkriegt.

Am Nachmittag bin ich dann auf`s Rad und wollte eigentlich so an die 25 Kilometer in hohem Tempo runterreissen. Irgendwie hatte ich mich aber in der Strecke geirrt, hinzu kam auf etwa 10 km ein äußerst hässlicher Straßenbelag... Na ja, am Ende waren es dann nur 18 Kilometer, ich hätte dann noch eine Pendelstrecke dranhängen können, aber in Anbetracht des nächsten Wochenendes habe ich beschlossen, daß es reichen muß. Nicht so leicht, die Balance zu finden, vor dem Doppelwopper am Samstag/Sonntag.

Nach der Radeinheit noch Feuerwehrübung, danach auf Empfehlung meines Physio ein heißes Muskelentspannungsbad. Alles scheint genau richtig dosiert gewesen zu sein, denn heute morgen zickt nichts mehr herum. Deshalb wirds dann heut Nachmittag noch ein paar Kurzintervalle geben, und das war`s dann.

Dienstag, 9. September 2008

Herrliche Spätsommertage

Ich mag es, wenn die Sonne nicht mehr ganz oben am Himmel steht, so am späten Nachmittag, denn dann taucht sie die Welt in warme Farben. So ganz anders, als in den heißen Hochsommermonaten. Da ich jetzt für einen Monat kein Schwimmtraining mache, hatte ich gestern irgendwie einen freien Tag... Also den Korb und ein Messer - und ab zur Regeneration in den Wald, Pilze suchen. Suchen? Was sag ich, ernten ist wohl das bessere Wort. Meine Wade zwickt noch, sie hat den Krampf vom Sonntag noch nicht verdaut.

Auch heute morgen ist es trotz Sportsalbe nicht besser, aber ich kann nicht anders, bei dem Wetter zieht es mich hinaus. Auch Bianka und Matthias hatten eine Runde eingeplant, da hab ich mich dann kurzerhand nach der Arbeit mit eingeklinkt. Am Ende warens 14 Kilometer ohne das ich die Wade auch nur ansatzweise gemerkt hätte. Auch jetzt ist es so gut wie weg. Morgen dann nochmal Physiotherapie, also das nächste Event, oder besser gesagt, das Doppel-Event kann kommen!

Montag, 8. September 2008

Ich bin 96 - Mein Triathlon-Saisonabschluß

Ausgerechnet ich, aus dem Fernen Osten angereist, bekomme die Startnummer 96 verpasst. Und das bei einem Triathlon-Fest, bei dem sich die 96er bei jedem 2. Wort der Lautsprecherdurchsage selbst feiern. Lustig find ich das schon, und deshalb... man kann es drehn und wenden - es bleibt dabei... ;o)

Am Samstag gegen Mittag sind wir nach 3 Stunden Autofahrt in Hannover. Ins Hotel dürfen wir schon hinein, ein kleines, etwas spartanisch eingerichtetes, aber deshalb auch billiges Hotel, mehr brauch ich nicht. Das Rad darf heute Nacht direkt neben der Dusche in meinem Zimmer schlafen, bei welchem 4-Sterne-Hotel wäre das schon möglich?
Bei der Startnummernausgabe am Samstag treffen wir wie verabredet Meike, Jörn und Forumsbaby Finja, was für eine Wiedersehensfreude. Sie laden uns nach Hause zu Kaffee und lecker Erdbeerkuchen ein, danach bummeln wir noch ein wenig durch den Stadtwald und die Einkaufspassagen. Hier nutze ich gleich die Gelegenheit, mir endlich einen Klettergurt und Kletterschuhe zu kaufen.
Wenn man aus unserem Hotel herausfällt, fällt man direkt vor einen kleinen Italiener, also nicht dem Italiener als solches, sondern einem kleinen Restaurant. Dort verabreden wir uns mit Silke aus dem RunnersWorld-Forum. Es wird ein netter Abend, hat mich sehr gefreut Silke, Dich kennenzulernen.
Der nächste Morgen - irgendwie hab ich so gar keine Lust auf Triathlon, nach dem Hotelfrühstück ist`s ein wenig besser, wir machen uns auf zum Maschsee, der ja nur etwa 800 m entfernt vom Hotel liegt, um Jörn bei seinem Debüt anzufeuern. Dank Meike lerne ich dort auch noch Odo und den Hiddestorfer kennen, das hat mich sehr gefreut. Nachdem Jörn nach seinem Debüt erfolgreich im Ziel ist, gehts für uns zurück ins Hotel, noch eine halbe Stunde die Beine hochpacken, dann umziehen und samt Ausrüstung zum Check In zu pilgern. Die späte Startzeit um 14:30 Uhr hat zur Folge, daß ich nochmal Hunger bekomme, die Leistungskurve irgendwie auf Siesta steht, und ich so gar keine Lust habe, jetzt hier noch irgendwie ins Wasser zu steigen und was sonst noch so kommen soll. Aber wenn wir schon mal da sind - richten wir uns eben in der Wechselzone ein. Wie auch schon in Hamburg - gelbe Postkisten, ich mag sie nicht. Überhaupt erinnert das ganze Flair so ein wenig an Hamburg, ich denke, der Teppich, die Zäune und die Kisten waren die Selben.

Die Wechselzone ist eingerichtet, und immer noch ist eine Menge Zeit. Wir bummeln ein wenig über den Platz vor dem See, die 2 Stände der Triathlon-Messe (haha) interessieren uns zum Saisonende eher weniger.
So setzten wir uns ein wenig auf die Mauer am See, noch ein bischen abspannen, zum Warmmachen ist es noch zu zeitig und in ein paar Minuten erfolgt die Wettkampfeinweisung per Lautsprecher. Verträumt schaue ich in die Wellen - als mir plötzlich dieser Anblick das Blut in den Adern gefrieren ließ....


Gefühlte Größe: 7 m - geschätzte Größe 1,50
Ok, das mit dem Blut in den Adern ist übertrieben, aber so ein bischen erschrocken bin ich schon bei diesem Anblick. Was solls - da muß ich nun durch und die Biester werden schon abhaun. Wende ich lieber meinen Blick ab, auf`s Land und seinem Getummel - als ich plötzlich den Holger erblicke. Welch eine Wiedersehensfreude. Holgi, auch wenn ich in den Kurven schlecht winken oder sonstwas konnte - ich habe mitbekommen, daß Du mich auf der Radstrecke angefeuert hast.



Aber der Reihe nach. 2. Startwelle 14:30 wird zum Schwimm-Check-In gerufen. Ich hatte befürchtet, daß die Zeit zum warmschwimmen knapp werden könnte, also lief ich mich, den Neo auf der Hüfte, ein bischen im Vorstartbereich ein, um den Körper auf Temperatur zu bringen.
Dann gings hinein in die Brühe, und diesmal stellte ich mich nicht ganz hinten an, ok, seitlich schon, aber doch ganz mutig mehr mittenrein, um die Brutschwimmer hintermich zu lassen. Diesmal auch kein "bis 10 zählen" nach dem Startschuß - ich schmeiße mich ins Getümmel, ich kann das doch schon, ich bin doch schon groß ;o) Relativ zügig finde ich eine Lücke, muß ein bischen Pace rausnehmen, da mir der Atem knapp wird. War wohl ein wenig zuviel des Guten - macht nix, ich erhole mich rasch. Schon bald merke ich, wie mir etwas Wasser von oben in die Brille läuft. Na ja, wenns dabei bleibt - denk ich mir... Blieb es nicht. Nach etwa 200 m muß ich die erste Pause einlegen, so eine Sch***e, wenn die Brille einmal ab ist, krieg ich sie doch nie wieder dicht... Brille hoch, Wasser raus, angedrückt, mit dem Gefühl von Matschaugen schwimm ich weiter, vielleicht 20 m, dann bin ich vollblind - verdammt, ist das hier das Ende, nein, ohne Brille geht das doch gar nicht, was mach ich blos. Nochmal anhalten, ganz ruhig, ja, schwimmt doch alle an mir vorbei, klasse, der erste Brustschwimmer, der nächste... so ein Mist. Ok ok, ganz ruhig, durchatmen, Brille komplett runter - dabei fliegt die Badekappe des Veranstalters mit in den See, soll sie doch - vermisst haben sie keinen hinterher ;o). Meine eigene Badkappe, die ich immer drunter habe, nochmal richtig aufgezogen, dank Neoprenanzug hab ich genug Auftrieb, um das alles zu richten. Die Brille ausgekippt, die Ränder nachgezogen, noch ein Versuch, Brille auf, fühlt sich gut an - ja, schwimmt doch alle an mir vorbei, heute wollt ich mal zeigen, daß ich doch nicht so schlecht schwimme, heute wollt ich mich mal trauen, pah, haut doch alle ab. Brille ist dicht - ein Glück, aber durch das Gefummel bin ich ziemlich weit nach rechts abgetrieben und muß erstmal wieder in die richtige Spur. Das alles hat mich, wie ich schätze, so vielleicht 2 min gekostet. Macht nichts, wenigstens ist die Brille jetzt dicht und ich finde schnell wieder meinen Rythmus. Ja, was soll ich sagen, ich habe sogar richtig Spaß am Schwimmen und genieße die zwei Runden im Wasser. Von dem Brillen-Mißgeschick mal abgesehen, hätt ich mir kein schöneres Saisonende vorstellen können. Mit dieser Erinnerung ins winterliche Schwimmtrainig - perfekt. Leider bekomme ich durch die Kälte (18,9°), die ich sonst eher als angenehm empfinde, auf den letzten 100 Schwimmmetern einen Krampf im rechten Unterschenkel, der erst auf dem Rad allmählich wieder verschwindet. Dieser und der blöde Chip am Knöchel behindern mich beim Ausziehen des Neos - ich brauche in der 1. Wechselzone über 2 min, überhaupt haperts so am Zubehör. Auch den Helm bekomme ich nach einer gefühlten Ewigkeit erst geschlossen.
Auf dem Rad gehts gleich mal zur Sache, die ersten 3 km gegen den Wind, die Runde ist 4 x zu fahren, eigentlich eine schöne Strecke, landschaftlich wie städtebaulich - nur der Belag hält sich teilweise in Grenzen. Ich habe aber Spaß, überhole viel und werde selbst nur wenig überholt. Meistens von solchen, die man schon von Weitem hört..... Ein dumpfes sssssssssssssssssssssss ffffcccccccccccccccccchhhhhhhhhhhhhhh - Scheibenräder und Aerohelm (und Knackarsch - höhö).
Meike, Jörn, Viola, Holger, Lutz - das ist total toll, ich bin in einer Stadt, in der ich noch nie war, über 300 km von Zuhause entfernt, und alle feuern mich an. Das hab ich nichtmal zu Haus.
Zweiter Wechsel, Sch**ß gelbe Postkisten, Radschuhe fliegen in die hintere Ecke an den Zaun zum Neoprenanzug, Piranhas aus dem Kasten gegrabbelt, Helm ab, Brille ab, Garmin geschnappt und raus. Gleich am Anfang der Laufstrecke steht Lutz (der Hiddestorfer) und feuert mich an. Ich kann`s gar nicht richtig würdigen, bekomm meinen Garmin nicht drangefummelt, das mach ich ja immer erst, während ich schon laufe. Ich sammle nochmal nen Haufen Frauen ein, so richtig den Überblick bekommt man ja nicht, durch die Rundenlauferei und die Wellenstarts. Ich merke, daß ich noch Reserven hab, aber irgendwie habe ich gar keine Lust, mich jetzt zu schinden. Dies ist der letzte Triathlon für etwa 9 Monate, ich möchte es noch einmal so richtig genießen. Außerdem ist es doch eh Wurscht, ob ich hier Fünfte oder Neunte werde, keine Cup-Wertung, keine heimische Konkurenz, dafür ein schöner See, an dem es entlang geht, freundliche Helfer, La-Ola-Wellen der Zuschauer, ich laufe zwar etwas angestrengt, aber lange, lange nicht am Limit - ich habe unheimlich Spaß! Nach 2:44:31 bin ich im Ziel, die Zeiten im Einzelnen:
Swim: 00:35:59
T1: 00:02;:22
Bike: 01:15:23
T2: 00:01:25
Run: 00:49:24
Platz weibl.: 9 von 22
Platz AK: 2 von 4
Dieser Abschluß ist somit im Prinzip ein Spiegel meiner ersten wunderbaren Triathlon-Saison. Selbst wenn ich mich beim Laufen geschunden hätte, es hätte an der Platzierung nichts, rein gar nichts geändert, denn die 6 Minuten zur Vorplatzierten wären unmöglich. Fazit also: ALLES RICHTIG GEMACHT:
Ich bin wieder - wie immer - eine der Letzten, die ihr Rad aus der Wechselzone holen. Und diesmal passt es auch zur Stimmung, die gut, aber ein klein bischen wehmütig ist. Es war eine tolle Saison. Ich freu mich auf die Dinge, die in diesem Jahr noch kommen, auch auf das spannende Aufbautraining für 2009. Als ich das Foto mache, denke ich an Reinhard Mey und diesen Text:

Die Zeit des Gauklers ist vorbei,
Verklungen Sang, Schnurrpfeiferei,
Verstummt die Laute,
die der Musikant noch in den Händen hält,
Der Tisch verwaist, die Gläser leer,
Das Fest ist aus. Es bleibt nichts mehr,
Als abzugeh‘n, man sagt: Der Narr ist traurig,
wenn der Vorhang fällt.
Und das Fest, das wir endlos wähnen,
Hat doch wie alles seinen Schluß.
Nun, keine Worte und keine Tränen,
Alles kommt, wie‘s kommen muß.

Freitag, 5. September 2008

Mein vorerst letztes Schwimmtraining...

... hab ich gerade hinter mich gebracht. Noch mal schön entspannt 3 x 500 m mit ein paar Steigerungen, aber nichts Dramatisches. Und jetzt bin ich richtig heiß auf Hannover, ich könnte auf der Stelle losrennen.

Ob´s sowas gibt... - "Übertaperung"??? Ich freu mich jedenfalls so richtig doll auf Sonntag! Und nicht nur auf Sonntag, auch auf das Treffen morgen mit Meike, Jörn und Finja am Nachmittag, und das mit Silke am Abend!

Und jetzt - - - - - WOCHENENDE! Allen ein schönes!!!

Donnerstag, 4. September 2008

Gewitterfahrt im Trocknen

Als ich mir gerade die Rolle von der Scheune auf den Hof gezerrt hatte, gings los - Gewitter. Und was für eines. Fluchend räume ich das Teil samt Rad wieder zurück, welch ein Glück, daß ich mich für Rolle und nicht Ausfahrt entschieden hatte. Rolle deshalb, weil ich darauf kontinuierlich ein paar kurze Intervalle fahren kann, also noch mal so richtig kurz und knackig die Kante geben, um ordentlich Spannung in die Muskulatur zu bringen. Konkret 10 min einfahren - 3 x 5 min volles Rohr mit jeweils 5 min locker dazwischen. Dann noch 10 min ausradeln. Hab mal probiert, die Schuhe auf dem Rad auszuziehen, na ja, auf der Rolle ging das gut, da stand ich ja sicher... nee, bei meinem letzten Triathlon der Saison werd ich mich dabei nicht auf die Fr***e legen... Und ich glaube auch nicht, das das an der Zeit groß was ausmacht. Schon gar nicht, weil ich ja eh noch 1,5 Urlaubskilos mehr mit mir rumschleppe.

Anschließend, das Gewitter war inzwischen vorbei und die Luft herrlich klar und frisch, hab ich mir meinen Hund geschnappt, bin 2 km scharf angelaufen und dann den Rest mit dem alten Herren getrottet. Fühle mich super, die Beine sind frisch!

Dicht an dicht...

... war der Tag gefüllt, am gestrigen Mittwoch.
Nach der Arbeit und vor der Marathonversammlung habe ich es gerade so geschafft, mich 3 km einzulaufen, 4 x 400 m zu bolzen und dann nochmal 3 km auszulaufen. Dann besagte Versammlung und von dort aus gleich zum Üben zur Feuerwehr.

Ich habe diesmal einen neuen Posten, muß nur zwei B-Schläuche kuppeln, dann den B-Schlauch an die Pumpe schließen, mir eben diesen Schlauch und die Handlampe (wir üben für den Nachtausscheid) greifen und ca. 50 m vorziehen. Dann Unterstützung beim Verteilerziehen leisten, anschließend nach vorn zur Spritze, ausleuchten und einweisen.

Das ist wesentlich weniger Stress als ich es im letzten Jahr an der Spritze hatte. Daher ist auch das Foto.
Bin dann zeitig ins Bett, denn heute früh um 3:30 war die Nacht zuende, ich mußte meine Tochter zum Flughafen nach Berlin fahren. Sie macht ne Dienstreise nach Köln..... Pah, irgendwas muß ich falsch gemacht haben... ;o)

Mittwoch, 3. September 2008

Tapering - na ja, ein bischen wenigstens

Gestern habe ich noch ein letztes Mal meinen Blitz gesattelt, 35 leicht hüglige Kilometer, in der Summe nicht sehr schnell, nur ein 26er Schnitt - aber immer wieder mal kurze und heftige Antritte dazwischen.

Also ein letztes Mal bedeutet natürlich nur vor dem nächsten Wettkampf - meinem Triathlon-Saisonabschluß. Nun werd ich ein bischen tapern, also ein bischen nur, heute noch mal ein paar kurze Laufintervalle, morgen dann mal ein bischen Rollenintervalle und am Freitag in die Schwimmhalle.

Ich freu mich auf Hannover, wenngleich ich denke, daß die Form nicht so gut ist - ich hab wohl zu wenig intensiv trainiert. Der Urlaub, das waren zwar jeden Tag auch 60-90 Radkilometer, aber eben in sehr moderatem Tempo und mit vielen Pausen. Dann die ganzen Partys der letzten Wochen... Na ja, es ist eben der Saisonabschluß und da wollte ich mir nochmal was Besonderes gönnen. Deshalb Hannover.

Ein kleiner Blick in die Zukunft vielleicht noch, was kommt nach dem letzten Triathlon in diesem Jahr? Ein Blick in die Spalte rechts verrät es ja eigentlich, noch zwei Duathlons, wobei die größte Herausforderung wohl darin besteht, nach dem Duathlon am 13. September nach Bernau zu düsen, und an der 24StundenStaffel teilzunehmen.... Das wird wohl ein harter Brocken...

Dann werde ich mein Laufpensum etwas erhöhen und das Schwimmen für einen Monat ruhen lassen. Ins Schwimmbad gehts trotzdem - in die Sauna :o)

Nach dem letzten Duathlon am 3. Oktober wird 3 Tage gefaulenzt, dann steige ich in einen Marathon-Trainingsplan für Triathleten ein. Dabei werden alle 3 Disziplinen berücksichtigt. Höhepunkt des Planes: Bertlich-Marathon am 30. November - aaaaber - den laufe ich nur, wenn ich mir sicher bin, eine neue Bestzeit ohne Kotzgrenzenerweiterung zu schaffen. Sonst werde ich des Spaßes wegen auch nach Bertlich fahren - aber dann vielleicht nur für nen Halben... oder so! Schaun wir mal!

Dienstag, 2. September 2008

Wasser von Oben und von Unten

Gestern kam also Torsten wie versprochen und natürlich, wie erwartet, wollte er irgendwas um die 15 Kilometer laufen. Ich hatte diesmal meinen Lieblingswald inkl. eines Teilstücks Schlaubetal ausgesucht. Nach etwa 5 Kilometern kam eine große, fette, schwarze Wolke direkt auf uns zu.

Aufgrund der Schwüle befürchteten wir schon ein Gewitter, mußten uns nun entscheiden, ob wir direkt hineinlaufen, oder lieber nach rechts in eine andere, landschaftlich weniger schöne Gegend ausweichen, bei der wir bei Bedarf dann auch den Telefonjoker zücken können. Im Schlaubetal sind wir dann nämlich für 5 Kilometer dem Wetter schutzlos ausgesetzt, mit dem Auto ist das Gebiet auch nicht erreichbar.

Na ja - no Risk, no Fun, also kopfüber ins Schlaubetal. Es hat viel Laune gemacht, irgendwann ging dann der ganze Regen auf uns nieder, glücklicherweise ohne Gewitter, wir waren so richtig schön sacknass. Nach 1:40 und 17 Kilometern war`n wir dann zurück.

Heute morgen dann um 5 Uhr klingelt der Wecker - brrrr, es ist noch dunkel draußen. Das hatte ich gar nicht bemerkt, da ich noch Urlaub hatte. Als ich aus dem Haus trete, weht mir ein herbstliches Lüftchen entgegen, das Auto ist nass vom Tau der Nacht - es ist nicht zu verkennen, der Sommer neigt sich dem Ende. Und deshalb kommt mir heute morgen, aus dem warmen Kuschelbettchen heraus gleich ins Hallenbad, das Wasser auch irgendwie kälter vor, als sonst, wenn die Morgensonne schon durch die Fenster lugte. Nach 200 m bin ich aber warm, schwimme noch weitere 300, mach ein bischen Krafttraining mit Paddels und anschließend Sprints, dann noch 500 m ausschwimmen - ich bin wach, nun scheint auch die Sonne - der Tag kann kommen. Heut nachmittag will ich noch auf den Flitzer, ich hoffe, das Wetter hält.