... was? Auflösung später! Regen prasselt aufs Dachfenster, als heute morgen um 6:30 Uhr der Wecker fiept - Samstags, so bekloppt können auch nur wir Sportler sein. Uah, Regen und keine Aussicht auf Besserung. Halbmarathon in Forst, ich wills probieren, eine neue Bestzeit zu laufen. Meine alte steht seit April 2007 bei
01:38:54 und es wird Zeit, sie zu zersägen. Meine letzte Zehnerzeit von vor 14 Tagen ist da nicht so zuversichtlich, und wenn, dann nur um Sekunden. Aber einen Versuch ist es wert, die Strecke ist flach und schnell - und hässlich. 10,55 Kilometer auf dem Neiße-Damm hin und das ganze wieder zurück. Schön blöd, nur laufen, nicht gucken müssen, keine Kurven... so mag ich das ;o) Anett ist kurz nach halb 8 bei mir und wir fahren zusammen nach Forst. Sind viel zu zeitig da, da wir uns heut nicht verfahren haben, es aber in der Zeiplanung mit drin war. Also haben wir noch ein bischen Zeit, uns voll motiviert auf das Wesentliche zu konzentrieren:


Kommentar halte ich gerade für überflüssig, ich denke, die Motivation spring aus unser beider Gesichtern - unglaublich. Das Geheimnis unserer Erfolge ;o)

Immer noch Regen, Regen, Regen. Wir laufen uns mit Ganzkörperkondom warm, um nicht schon vor dem Start durchzuweichen, treffen auch noch Ralf aus dem RW-Forum und dann gehts auch schon los. Ich finde recht rasch mein Tempo, es geht mir gut und irgendwann stecke ich mittendrin in einer Truppe von 4 Jungs, das Tempo passt hervorragend. Schräg rechts einer vor mir, schräg links einer leicht hinter mir, und zwei rechts und links hinter mir - ich komm mir vor wie Paula mit ihren Hasen. Geil, die Jungs machen ihre Späße, daß sie es motivierend finden, mir hinterherzulaufen... na ja, Kerle ;o) Irgendwann bedauern sie es, daß ich gleich meinen Wendepunkt habe, ich laß sie weiter bedauern, Kilometer 5 folgt und sie machen Platz, ich lauf aber weiter - die Verwirrung ist groß - Wie, Du willst den Halben laufen? Hehe, ja, will ich. Und dann meine Frage, was sie für ein Zeitziel haben. "Irgendwas zwischen 1:40 und 1:35" "Ich hätte gern ne 1:36" sage ich "Kriegt Ihr das hin" "Für Dich tun wir alles..." Na dann kann ja nix mehr schiefgehen. Toll! An Kilometer 8 kommen mir zum ersten Mal Zweifel auf, das Tempo so halten zu können. Ist schon arg. Aber ich bleibe gut dran, es ist unwahrscheinlich motivierend, mit den Jungs zu laufen. Nach etwa 9 Kilometern haben wir die erste Frau eingeholt - jetzt bekomm ich noch mal Aufwind und bin mir sicher, es zu packen. Bis etwa Kilometer 15. Von da an wär ich am Liebsten gegangen, immer wieder war ich nahe dran, abreißen zu lassen, einer der Jungs hat sich dann auch abgesetzt, und sein eigenens Ziel verfolgt, ein anderer übernahm nun die direkte Führungsarbeit. Das war so Klasse, er hat so auf mich geachtet und ich hab so gelitten ;o) Sobald ich auch nur einen Meter nach hinten wich, kam sofort die Aufforderung, zuzumachen und das er sich hier nicht umsonst die ganze Mühe macht... Ohne ihn hätt ich abreißen lassen, ganz sicher. Etwa 800 m vorm Ziel hat er mir dann Glück gewünscht und hat noch einen vor ihm laufenden Ak-Konkurenten eingeholt, im Ziel wurde ich dann jubelnd empfangen.
Na ja: ich habs geschafft!!! Mit einer
persönlichen Bestzeit von 01:36:31 und dem Gesamtsieg bin ich sauglücklich und saukaput! Ohne die Jungs, speziell ohne Wieland, hätt ich das nie und nimmer gepackt. Das war so richtig Klasse! Deshalb mußte er auch mit aufs Foto, und auch wenn es ein bischen verwackelt ist: es gehört in diesen Blog.

Anett hatte noch ne nette Überraschung im Rucksack, die haben wir uns natürlich noch schmecken lassen :o) So, und nun muß ich wohl: die Aktion Bertlich-Marathon sub 3:30 starten, denn Daniels sagt mir eine relativ sichere 3:27:50 voraus, also für den ungünstigsten Fall. Ob ich dort dann das Glück habe, von jemandem gezogen zu werden, bezweifle ich allerdings. Seit heute weiß ich diesen Bonus jedenfalls zu schätzen. Das hatte ich ja bisher noch nicht. Und es war ne harte Nummer heute. Ich werde es also in Bertlich angehen und wenn es schiefgeht, werde ich es überleben, aber ich will es wenigstens versuchen.
Prost!