Sonntag, 10. August 2008

Ein verdammt harter Kanten - Werbellinsee-Triathlon

Nur 17 Grad zeigt das Thermometer, und was viel schlimmer ist - es herrscht eine steife Brise im Norden des Brandenburger Landes. An der Tafel vor der Anmeldung verkünden sie bei einer Wassertemperatur von 21,1 Grad ein Neoprenverbot für die Liga-Wettkämpfe und den Brandenburg-Cup. Ich hab die Hosen voll. Es stürmt und die Wellen schlagen ziemlich hoch auf dem riesigen Werbellinsee - leider kommt das, ähnlich wie hohe Berge - nicht so recht auf dem Foto rüber.


So richte ich also mit flauem Magen meinen Wechselplatz ein - ich könnte vielleicht noch ummelden auf Sprint... Nein - natürlich tue ich das nicht, dann wär ich nicht ich.


Kurz vorm Start dann die erleichternde Lautsprecherdurchsage... Wegen der äußeren Bedingungen, dem Wellengang und den kühlen Außentemperaturen wird das Neopren-Verbot für alle Wettkämpfe aufgehoben. Jetzt gehts mir besser. Die Wettkampfbesprechung ist zeitlich 15 min vor den ersten Start der Sprinter und 20 min vor unseren Start gelegt, so daß ich es nicht schaffe, mich wirklich ordentlich einzuschwimmen. Na ja, was solls, mit Neo sieht die Lage wieder entspannter aus, obwohl die hohen Wellen wirklich etwas beängstigend für mich sind.
Es geht los, ich halte mich am Start zurück, Rangelei kann ich bei dem Seegang nicht auch noch brauchen. Zwangsläufig kommt es trotzdem dazu, als ich überholen will. An der zweiten Boje steht der DLRG mit einem Boot - ich habe mich inzwischen zig Mal verschluckt und huste wie blöde, bin völlig fertig (nach etwa 300 m!!!) - höre auf zu kraulen und bin nahe dran, den Arm zu heben, mich rausholen zu lassen und den Wettkampf abzubrechen. Abzu- was? Abzubrechen? Ich??? Nee, nee, das geht gar nicht - rum um die Boje, dem Seegang getrotzt, irgendwie bringe ich das hinter mich, nach etwa 1000 m bin ich dann eingeschwommen und es macht endlich sowas wie Spaß. Mit grottigen 41 min bin ich noch lange nicht Letzte, die Zeiten aller sind je nach Schwimmküsten etwa 5 bis 7 min schlechter, als in anderen Wettkämpfen.
Auch die Radstrecke ist schwer. Lange, langgezogene Anstiege ziehen die Kraft aus den Beinen - scheißegal, ob sie nachher noch zum Laufen taugen... Meist genieße ich die Radstrecken und könnte ewig fahren - dieses Mal sehne ich das Ende herbei... die Laufstrecke kann wohl kaum härter sein. Zumal wir hier auf dem Rad so arg mit dem Wind zu kämpfen haben, daß ich manchmal die Aeropositon verlassen muß, um mehr Gewalt über mein Rad zu haben. Doch auch hier bin ich für diese harten Verhältnisse mit meinem etwas über 32er Schnitt mehr als zufrieden, konnte ich doch reichlich überholen. Zeit für 42 Kilometer 1:18 - ich bin sehr zufrieden mit dem, was ich geleistet habe. Auf der Laufstrecke kommt es nach etwa 2 Kilometern richtig dicke - ein crossiger Berg ist zu überwinden, nach dem Berg noch einer, und nach diesem dann ein langgezogener Anstieg - bevor es endlich runter geht. An jenem Berg krauche ich fast auf dem Zahnfleisch - wohlwissend, daß ich hier auf der zweiten Runden nochmal rauf muß. Alles in mir schreit nach Gehpause - ich bin doch nicht blöd - ich geh doch nicht auf nem Zehner...Nach sauharten 2:55 bin ich endlich im Ziel - der härteste Triathlon der Saison ist geschafft - ich bin es auch. Platz 9 von 23 Frauen ist absolut ok, entspricht voll meinen Erwartungen in Hinblick auf die angetretene Konkurrenz. Das es für den dritten Ak-Platz gereicht hat, und ich mit Kerstin Zalewski und Annette Braunert - also richtig guten Triathletinnen auf dem Treppchen stehen darf, ist Überraschung und Ehre für mich zugleich.
Die Rose, die ich geschenkt bekomme, bekommt mein Rad - dafür, daß es mich in unserer gemeinsamen 1. Triathlonsaison nicht ein einziges Mal im Stich gelassen hat.

Jetzt geht es für zwei Wochen in den Urlaub - mit dem Rad natürlich. Wir fahren von Kiel die Ostseeküste hinauf nach Dänemark un dann rüber an die Nordsee. Vielleicht mal kurz auf Sylt rüber - dann weiter nach Unten und am Nord-Ostsee-Kanal zurück nach Kiel. Mit Zelt und Schlafsack versteht sich. Es wird ein gemütliches Treten, die Laufschuhe werde ich mit an Bord nehmen, ab und an wird es einen Morgenlauf geben. Schwimmen - mal sehen, was sich ergibt.
Das nächste Triathon-Highlight in diesem Jahr wird erst in einem Monat in Hannover sein. Und zugleich mein Abschluß einer saugeilen Saison!





20 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hallo Kathrin,

länger schon habe ich bei Dir nicht gelesen, aber das klingt nicht mehr nach Kindergarten.
Klasse, was Du Dir da erarbeitet hast! Obwohl, nach den Laufberichten habe ich nicht so viel anderes erwartet.
Einen dicken Respektgruß von mir, weiterhin Spaß, eine Riesenextraportion Gesundheit und einen tollen Urlaub wünsche ich Dir

LG Monika

Anonym hat gesagt…

Hi Kathrin,

ich finde es echt gigantisch, was du in deiner ersten Tria-Saison leistest. Hut ab!

Ich hoffe, ich habe Zeit, dich hier in Hannover anzufeuern! Mitmachen werde ich da erst nächstes Jahr.

Hab nen schönen Urlaub.

LG Dirk

Anonym hat gesagt…

Herzlichen Glückwunsch!

Dein Bericht klingt einfach nur - gut. Ich bewundere deine Stärke und deinen Durchhaltevermögen. Ich hab ja Schiß vor "Freiwasser" und bin gespannt, ob ich das jemals loswerden.

Nun wünsch ich dir einen wunderbaren Urlaub!

Blumenmond hat gesagt…

Nee, ich sach nix mehr. Wiederholt sich ja ... immer wieder gerne klasse, klasse, klasse! Toll!

Anonym hat gesagt…

Das hat nun wirklich nichts mehr von "Kleinen Brötchen im Kindergarten" ;-) Absolut irre!
Schönen erholsamen Urlaub!!

Anonym hat gesagt…

Sorry, das war ich, war zu schnell.

jmdea hat gesagt…

Herzlichen Glueckwunsch!
Da sieht man mal, wie sich dein ganzes Training auszahlt. Tolle Leistung!

Anonym hat gesagt…

Hallo
heute Dein Blog durch Umwege entdeckt und kann nur sagen: super!!
Ich betreibe das eher unprofessionell - aber Spaß macht der Triathlon....
LG, Heidi

Anonym hat gesagt…

Wie immer : RESCHPECKT !!!
Gruß
Highopie

Ach ja : Schönen Urlaub

mytll hat gesagt…

Na denn mal nen schönen Urlaub.
Viel Spass, knitter- und unfallfreie Fahrt, angenehme Temperaturen und immer ne Brise Rückenwind.

Gruss Mayo

Jörg hat gesagt…

Toll durchgekämpft und ein gutes Ergebnis. Schönen Urlaub

Jörg

Anonym hat gesagt…

wow,
um die radreise beneide ich dich ehrlich. viel spaß dabei und erhol dich gut. wir werden im nächsten jahr auch ein bissl da oben rumkurven.

grüßle oli

Anonym hat gesagt…

Das sind die Wettkämpfe, die einem in zehn Jahren noch in Erinnerung sind. Toll gekämpft und wie immer ein schönes Ergebnis.
Gute Erholung und viel Spaß im Urlaub.

Uli

P.S.: Es wird Zeit, dass Du schwimmen lernst! *duckundwech*

Anonym hat gesagt…

Hallo Kathrin,

wieder mal ein exzellentes Ergebnis bei einem sehr schweren Wettkampf! Gratulation und Anerkennung für Deine Kämpferqualitäten.

Nur an einem musst Du noch ein wenig feilen: Deiner Selbsteinschätzung. Wer bereits die Grundschule hinter sich hat und sich im Gymnasium breitmacht, sollte nicht immer noch in "Planschbecken" bzw. "Krabbelecke" spielen wollen. *gg* Dort nimmt Dich ja kaum noch jemand ernst.

Bei soviel Understatement wirst Du uns eines Tages noch schimpfend berichten, Dir sei kurz hinter Kona der Schnuller rausgefallen ...

Schönen Urlaub und gute Erholung!

Anett hat gesagt…

Auch wenn ich schon spät dran bin... Ich gratuliere dir ganz herzlich zur tollen Platzierung und vor allem zum Durchkämpfen.

Schönen Urlaub und immer gutes Wetter an der See.

Laufmauselke hat gesagt…

Ich schließe mich Anette an. Herzlichen Glückwunsch und schönen urlaub, Du hast ihn Dir verdient.

Anonym hat gesagt…

Hallo Kathrin.
Toller Bericht und mit Fotos sogar. das sollte ich auch mal machen!
Der wettkampf klingt hart, aber für mich sehr reizvoll!
Glückwunsch für das niederringen des Schweinehundes..
Liebe Grüße
Andreas

Anonym hat gesagt…

Scheint eine ziemlich harte Nummer gewesen zu sein.

Deine Radtour geht ja nun genau auf der anderen Kieler Seite entlang, sonst hätte ich mich schon noch mal gemeldet. Viel Spass wünsche ich dir dabei!

Andreas hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Anonym hat gesagt…

Wieder einmal: Glückwunsch!
Aber warum diskutieren die bei 21° ein Neoverbot - ich dachte in den Altersklassen ist bis 1500 Meter die Temperaturgrenze bei 22°?
Naja, hast ihn ja glücklicher Weise nutzen können ...

Herzliche Grüße,
Andreas,
der am Sonntag, 24.8., seine erste Mitteldistanz finischen will (und sehr schlecht vorbereitet ist).