Montag, 22. September 2008

Off Season - oder - Ein Marathon geht immer

Seit der letzte Triathon der Saison Geschichte ist, schlendere ich ja so ein wenig planlos durch die Trainingsgegend, bevor am 6. Oktober in den Marathonplan für Triathleten einsteige. Dazwischengepoltert ist mir ja bereits der 24-Stundenlauf von Bernau, und dieser brachte mich auf die Idee, mal was Verrücktes auszuprobieren.

Ob ich denn nach all dem Triathlontraining, bei dem der längste Lauf lt. Plan 1 Stunde dauert, und den ich nur aus Lust und Laune manchmal auf 1,5 Stunden ausweitete, in der Lage sein werde, einen Marathon zu laufen?! Ich hatte keine Ahnung, wie es ausgehen würde, ins Ziel wandern geht sicher immer irgendwie. Der Schorfheide-Marathon nördlich von Berlin, in genau jenem Gebiet, in dem früher Honnecker und Co ihr Jagdrevier hatten, der vom Profil her recht anspruchsvoll und somit sowieso nicht bestzeitentauglich ist, mit viel Natur für die Sinne - der schien mir geeignet für dieses Experiment, zu dem ich mich am Mittwoch, den 17. September entschloss.
Am Donnerstag habe ich dann nach den 24 Stunden das erste Mal wieder die Laufschuhe geschnürt, für lockere 12 Kilometer im Wald, nur um zu sehen, wie es sich anfühlt, und ob ich Freude am Laufen hätte. Hatte ich. Samstag sind wir die Strecke des Schlaubetal-Marathons mit dem MountainBike abgefahren, danach war ich eigentlich schon platt.

Leider bin ich ein Trotzkopf, ich hatte mir den Marathon in den Kopf gesetzt, also mach ich`s auch. Selbst das Geprassel der Regentropfen aufs Dachfenster am frühen Sonntag Morgen um 5 Uhr konnte mich nur kurz an der Mission zögern lassen.

Als ich dann um 6:30 Uhr mit Sack und Pack das Haus verlasse, kommt meine Tochter heim, das Herz übervoll und die Augen voller Tränen. Natürlich nehm ich mir die Zeit - alle Zeit der Welt, kein Marathon ist wichtiger, als die eigenen Kinder. Trotzdem schaffe ich es pünktlich, ich fahr ja gern mal auf der Autobahn ein bischen schneller.

Während der Fahrt überkommen mich dann doch einige Zweifel an der Machbarkeit der Mission. Ich tröste mich dann mit so Gedanken wie.... "der längste Trainingslauf für den Rennsteig SM war die Harzquerung mit 51 Kilometern. Die letzten 23 kamen auch von allein ;o)"

Auf dem Gelände angekommen (Elke hat die Atmosphäre dort gut beschrieben) freute ich mich nach der Triathonsaison sehr über das Wiedersehen mit meinen Läuferfreunden Elke, Andreas und Bettina, für die ich sozusagen der Überraschungsgast war.


Ich hatte mir für den Kopf eine Herangehensweise zurechtgelegt, die meiner "triathletischen Denkweise" entsprechen könnte. 32 Kilometer Trainingslauf und anschließend noch 10 von T2 (Wechselzone 2) bis ins Ziel - und zwar "volles Rohr". Das Laufen mit ermüdeten Beinen kenn ich ja.
Die ersten 15 Kilometer gehen immer wieder über übeles Kopfsteinpflaster ehemaliger Poststraßen durch die wunderschöne Schorfheide. Bei Kilometer 7 knicke ich innerhalb weniger Minuten zweimal mit dem Fuß um, glücklicherweise ohne Nachwirkungen. Ich laufe sehr locker, befinde mich wohl im hinteren Drittel des Läuferfeldes und wundere mich über das Tempo, das hier für einen Marathon angeschlagen wird. Von mir aus, sollen sie doch. Ich laufe einen Schnitt knapp über 6 Minuten/km und tatsächlich merke ich meine Muskeln schon bei Kilometer 20. Aber nicht irgendwie dramatisch - nur - ich merk sie eben. Es fehlen eben die langen Läufe in der Vorbereitung und das Kopfsteinpflaster hat ziemliche Energie gekostet. Nun gehts mal durch eine Sandwüste, auch nicht gerade kräfteschonend, trotzdem bin ich guter Dinge. Die Halbmarathonmarke passiere ich bei 2:10. Die Strecke ist bis hierher hügelig, die richtigen Berge sind für das letzte Viertel angekündigt. Also locker bleiben.

Irgendwann muß ich mal ins Gebüsch verschwinden, verstricke mich dabei mit dem Kabel meiner Kopfhörer und setze auf diese Weise vielleicht 5 Minuten in den märkischen Sand. Egal. Durchkommen ist wichtig. Bei Kilometer 30 bin ich auf mehrere Einzelkämpfer aufgelaufen, jene, die es am Anfang wohl ein wenig eilig hatten. Eigentlich wollte ich meinen Endspurt ala Triathlon ja erst zwei Kilometer später beginnen, aber jetzt bin ich so angestachelt, ich kann mich nun nicht mehr zurückhalten. Feuer frei, jetzt erwacht das Kampfschwein in mir. Ich gebe Gas und sammle ein. Zwei knackige Anstiege erwarten mich jenseits der 35 km-Marke, das kostet nochmal Kraft, ohne Frage. Ein von Krämpfen geplagter Mitläufer versucht, rückwärts den Berg hinunterzuwanken. Ich kann ihn natürlich nicht seinem Schicksal überlassen, ich gebe ihm Salztabletten und Magnesium und wünsche ihm viel Glück. Weiter gehts, nach dem letzten kräfteraubenden Anstieg, wenn man glaubt, es ist geschafft, kommt noch ein ganz leckeres Bonbon. Es geht 3 Kilometer über eine gemähte Kuhwiese mit Holper-Stolper-Löchern, sehr, sehr schwierig zu laufen, wenn man bereits 39 Kilometer in den Knochen hat. Spätestens hier tuts endlich richtig weh.

Nach 4:16 laufe ich sehr zufrieden ins Ziel. Das war`s! Marathon Nummer 18 - mal eben so - bringt mir mit der Leistung sogar noch den 2. AK-Platz ein und den 6. in der Gesamtwertung von 19 Frauen.

Ein geiles Gefühl, wenn man von sich sagen kann: Marathon geht immer!

Mittwoch, 17. September 2008

Vierundzwanzig Stunden

Noch gut 2 Stunden, bis der Startschuß fällt, bis die große Uhr über der Zeitnahme auf 00:00:00 schaltet, und gnadenlos langsam die Stunden zählen wird, egal, ob es dämmert, ob es nacht wird, ob es kalt oder warm ist. Sekunde um Sekunde wird verrinnen und erst wenn die Erde einmal komplett um ihre eigene Achse gedreht hat, werden wir wissen, wie es ist, 24 Stunden ein Team zu sein, zu Viert so viele Kilometer wie möglich zu laufen, auftretende Schwächen zu kompensieren und sich gegenseitig aufmuntern.

Mit den beiden Eisenhüttenstädter Einzelläufern Matthias und Günter nach der Ankunft im Stadtpark

Wir, das sind Katrin, Sven, Thomas und ich als Läufer - und nicht zu vergessen, unsere "gute Seele" Moni, die immer pünktlich unsere aktuellen Startkarten ausfüllte, uns Essen und Getränke reichte, wenn wir unter der Decke keine Wärme vergeuden wollten, kurz, die selbst kein Auge zumachte, weder in der Nacht, noch am Tage und die immer für uns da war.

Pünktlich um 14 Uhr fällt der Startschuß und für uns geht Sven als erster ins Rennen. Durch eine kleine Häusergasse geht es an die Stadtmauer, diese 270 Meter dienten mir persönlich immer zum Einlaufen, dann an der Mauer entlang, eine mit Bohlen überdeckte Treppe hinab, vorbei an Teich und Bach, Friedhof, einen Hügel, der sich später als Berg entpuppte und dann wieder durch die Zeltstadt ins Ziel 1,615 Kilometer lang, wieder und wieder zu laufen - 24 Stunden lang. Was werden Geist und Körper wohl in ein paar Stunden dazu sagen? Wir wissen es nicht.


Noch scheint die Sonne, noch reicht eine dünne Jacke zwischen den Läufen. Es gibt Schmalzstullen, Tee, Kaffee, ich verpflege mich reichlich inden kurzen, etwa 25-minütigen Pausen. Und packe immer die Beine hoch. Nur keine Kraft vergeuden. Das Einzige, was ich ohne Nachzudenken tue, ist meinen Beiden Lauffreunden aus Eisenhüttenstadt, Matti und Günter, die die 24 Stunden allein bestreiten, in deren kurzen Pausen heißen Tee zu holen. Aber sonst: alle Energie im Körper lassen.

Gegen 19 Uhr, die ersten 5 Stunden sind geschafft, stellen Sven und ich ernüchternd fest, daß wir schon ganz schön kaput sind, aber doch erst jeder noch keine 15 Kilometer gelaufen sind. Jetzt blos nicht den Kopf regieren lassen. Weiter, einfach immer weiter machen. In diesen ersten 5 Stunden kam ich 9 mal zum Einsatz, lief eine Durchschnittspace von 5:11, das heißt, die Runde im Schnitt in 8:26 min.

Thomas hat sein Notebook dabei und so kommen wir auf die Idee, einen Live-Ticker zu schreiben. Wir haben ne Menge Spaß dabei und es tat gut, zu sehen, daß es da draußen welche gibt, die uns die Daumen drücken und uns anfeuern. So langsam wird es dunkel, überall gehen Lichter an, und Feuer. Mit allem wird geheizt, Heizstrahler, Feuerkörbe, Kanonenofen. Zu meinem Leid, denn ich bekomme mein Asthma und krame verzweifelt in meinen Sachen nach dem Notfallspray. Verdammt, ich kann es nicht finden. So habe ich zwischen den Läufen mit dem Abhusten zu tun. Beim Loslaufen pfeife ich wie eine Dampflock, nach etwa 500 m, also genau dort, wo die Treppe mit Holzbohlen überdeckt ist, merke ich, wie meine Bronchen wieder frei werden. Kurz darauf geht es aber den Hügel hoch - also wieder knappe Luft. Nach einigen Stunden Quälerei und immer wieder Suchen nach dem Spray (ob ich es nicht vielleicht doch irgendwo versteckt hab....), wecke ich die im Rettungswagen schlafenden Sanis. Nein, ein Notfallspray haben sie nicht, sie könnten aber den Notarzt holen, dann bekäme ich eine Infusion. Ich habe dankend abgelehnt, wird schon gehen.

Bevor die Nacht so richtig anbricht, also um 22 Uhr, ziehe ich mich zwischen den Wechseln einmal komplett um. Das ist dann vorübergehend sehr angenehm, in den warmen, trockenen Sachen zu laufen.

Als die Turmuhr um Mitternacht schlägt, die zweiten 5 Stunden vorbei sind, haben wir jeder 17 dieser Runden, also 27,5 Kilometer hinter uns. Meine 8 Einsätze lief ich im Schnitt in 9 Minuten pro Runde, also knapp unter 6min/km

Mental wird es nun hart. 10 Stunden liegen hinter uns, 14 noch vor uns. Wohlwissend, daß es keine Ruhe geben wird, wohlwissend, daß die Kälte, die langsam an den Gliedern hinaufkriecht, noch zunehmen wird. Müdigkeit ist nicht so sehr das Problem, auch muskulär geht es mir recht gut. Aber die Kälte. Das Schlimmste ist, sich nach der kurzen Ruhezeit von 10 min wieder die Decke von den Beinen zu reißen. Die Kälte beißt sich sofort fest. Aber es nützt ja nichts. Moni füllt immer noch tapfer unsere Startkarten mit unseren Nummern aus. Damit gehts in die Wechselzone, ich stelle mich immer an den vorderen Rand, um nach Thomas Ausschau zu halten. Er hat die Angewohnheit, immer kurz vorm Wechsel sehr weit nach Links zu laufen, das erleichtert mir das Erkennen kurz vorher. Wenn ich ihn erblicke, schnell die Jacke aus, in den Zaun geklemmt, Thomas mit einem Lächeln abgeklatscht und hinaus in die Nacht. Die Strecke ist wunderschön bunt beleuchtet, gerade an der Stadtmauer gleicht sie einer Märchenkulisse. Nach etwa 800 Metern beginnt der erste leichte Anstieg, pünktlich an dieser Stelle ist der Körper warm. Im Ziel schnappe ich mir stehts ein heißes Getränk und verschwinde sofort unter meiner warmen Decke. Die Wärme muß so lange wie möglich konserviert werden. In den nächsten zwei Stunden laufen wir zu dritt, Katrin nimmt sich eine kurze Auszeit, um uns danach wieder frisch zur Verfügung zu stehen. So ist es ausgemacht, so ist es in Ordnung. Mir selbst gefällt dieser kurze Wechsel sogar, da die Muskeln nicht so lange auskühlen können. Der Mond scheint genau auf unser kleines Camp, ab und an ein Wölkchen, es liegt eine einzigartige Magie in dieser Nacht. Ein Freund schickt mir per SMS gute Wünsche und Kraft, und auch im Forum gibt es tatsächlich welche, die unser Abenteuer verfolgen. Irgendwann in dieser Nacht hab ich mal meinen Körper gefragt, was der von dieser Aktion hält. Er wisse es nicht, meint er. Er fragt mich nur, ob das jetzt immer so weiter geht... ;o)

Die Stimmung im Team ist weiterhin gut, auch wenn wir im Moment nicht viel reden. Jeder ist irgendwie bei sich. Mir selbst geht es gut, acht Mal laufe ich in der Zeit zwischen 0 und 5 Uhr, die Runden im Schnitt knapp unter 9 Minuten.


15 Stunden vorbei - 9 noch vor uns. Die Nacht zieht sich wie Gummi, immer noch ist die Kälte das Schlimmste, obwohl es bedeckt ist. Von Müdigkeit keine Spur, der Körper kommt nicht dazu, daran zu denken. Er tut etwas Anderes. Er tut genau das, was er bei fast jedem meiner Marathons zwischen Kilometer 36 und 38 tut. Er beschehrt mir ein permanentes Stechen in der Brust, genau in der Herzgegend. Ich kenne das schon und bleibe gelassen, nur fällt es mir schwer, das Tempo zu halten, unter diesen Umständen. Ich schaffe es dennoch. Ich weiß ja, daß es nicht das Herz ist, sondern ein kleiner Muskel genau hinter den Lungen, der verspannt ist, und der diese Schmerzen ausstrahlt. Von nun an dehne ich meinen Oberkörper vor jeder Runde, und dieses kleine Biest läßt mich auch wieder in Ruhe. So kann ich in diesen 5 Stunden bis 10 Uhr morgens das Tempo in den Runden noch einen Tick anziehen. Ich laufe 7 Runden, darunter meinen persönlichen Marathon, Durchschnittszeit pro Runde 8:40min. Inzwischen ist es ja wieder hell geworden, leider läßt uns die Sonne noch im Stich. Noch 4 Stunden, dann ist es geschafft.

Eine der Schwierigkeiten bei dieser Art Unternehmen ist auch die Ernährung. Der Körper ist permanent gefordert, braucht Energie und Flüssigkeit. Aber irgendwann will nichts mehr von dem, was man hier seit über zwanzig Stunden ständig nachschiebt, hinein. Aber es muß. Und irgendwie geht es dann auch.

Noch 6 volle Runden werde ich in den verbleibenden 4 Stunden zum Einsatz kommen. Es ist jetzt etwas wärmer geworden, obwohl die Sonne sich permanent zurückhält. Wer jetzt meint, mein Akku müsse doch jetzt langsam leer sein, der liegt falsch. Das nahende Ziel gibt mir noch einmal so richtig Kraft. Auch in den Pausen bin ich weniger im Liegestuhl zu finden, versuche, den Körper in Bewegung zu halten. Was soll nun noch passieren. Meine Rundenzeiten pegeln sich auf 8:10 ein, das ist schneller, als am Anfang. Nicht ganz unschuldig daran ist Thomas, dessen persönlicher Ehrgeiz nun noch einmal so richtig aufflammt, vielleicht schaffen wir die 240 Kilometer ja doch noch.

Je näher die große Uhr an die 24 rückt, desto wacher werde ich, desto mehr steigt die Laune - auch im Team. Wir sind uns zwar (bis auf Thomas) alle einig, daß wir das nicht noch einmal haben müssen, aber wir sind uns auch sicher, daß wir das niemals vergessen werden.

Als Thomas einige Minuten vor 14 Uhr auf seine letzte Runde geht, mache ich mich zum Endspurt bereit. Eine ganze Runde werde ich nicht mehr schaffen, soviel ist klar. Aber um jeden Meter kämpfen will ich noch einmal. So richtig die Sau rauslassen... ;o) Ich nehme also das Kärtchen mit der Zahl 147 und begebe mich zum Checkpoint. Als Thomas in der Wechselgasse erscheint und wir uns abklatschen, läuft der Countdown der letzten Minute. Ich gebe noch eimal Vollgas, habe es etwas schwer, durch die frenetische feiernde erste 10er-Staffel hindurchzukommen, und schaffe es bis zum Beginn der Stadtmauer. Dann gibts den großen Knall - aus, finito, das Rennen ist zuende. Ich warte auf den Vermesser, er notiert für`s Team noch einmal 270 Meter.

Mit den 240 Kilometern hat es leider nicht ganz geklappt. Aber das ist auch völlig egal. Wir sind als Team 236,142 Kilometer gelaufen.

Was bleibt und was zählt, sind nicht die Kilometer. Es ist die Erinnerung an 24 Stunden Gemeinsamkeit, gegenseitiges Aufmuntern, Gespräche, mehr oder weniger sinnvoll je nach Fortgeschrittenheit der Stunde, das Spüren des eigenen Körpers, die überraschend vielen mentalen Aufs und die wenigen Abs. Und immer wieder auch die Bewunderung für die Einzelläufer, die das ganz allein durchgestanden haben.


Ich habe dieses Abenteuer für mich persönlich immer noch nicht ganz verarbeitet. Es waren so viele Eindrücke, die ich mit nach Hause genommen habe. Ich weiß, daß ich das bis ans Ende meines Lebens nicht vergessen werde.

Vielleicht sollte es schon aus diesem Grunde einmalig bleiben. Ich weiß aber auch, daß es mein Ding nicht sein wird, allein 24 Stunden im Kreis zu laufen. Aber das muß ich auch nicht. Ich habe andere Ziele.Mein Dank gilt Thomas, Sven, Katrin und Moni – Ihr seid wunderbar.

Dienstag, 16. September 2008

Kühl ist´s auf´m Rad

Das Thermometer zeigt nur 11 Grad, die Sonne kommt auch nicht hinter den Wolken hervorgekrochen. Also warme Sachen an, die gelben Gläser in die Sonnenbrille, dann mach ich mir eben meinen eigenen Sonnenschein :o) und rauf auf meinen Blitz, den ich am Samstag so gnadenlos hab hängen lassen. Er sieht es mir nach, treu wie immer trägt er mich durch den kalten Nochsommertag. Nach 20 Kilometern entscheide ich mich allerdings für die kürzere 36km-Runde, und nicht für die geplante 50er, da ich meine Zehen vor Kälte nicht mehr spüre. Die dicken Socken haben nicht gereicht, ich hätte schon Überschuhe gebraucht.

Trotzdem tat es gut, den Wind um die Nase zu spüren, den Tag vorbeirauschen zu lassen und die Beine zu lockern. Und jetzt gehts in die heiße Wanne!

Wieder Oben Auf

Nach meinem 24-Stunden-Abenteuer bin ich bereits wieder vollständig hergestellt. Der kleine Muskelkater, der sich gestern noch in meinen Oberschenkeln amüsierte, ist heute fast verschwunden. Es war schon ein sehr einprägsames Erlebnis, sowas, was man niemals vergisst. Ob ich es noch einmal wiederhole, weiß ich noch nicht.

Gestern habe ich, außer meinen ganzen Kram ausgepackt und gewaschen, nichts getan, was irgendwas mit Sport zu tun hatte. Heute habe ich aber schon wieder Lust auf eine Radrunde. Und irgendwie habe ich Lust, am Wochenende mal wieder was Verrücktes zu machen... ;o)

Samstag, 13. September 2008

"Wer A sagt...

... muß nicht automatisch auch B sagen. Er kann auch erkennen, das A falsch war."

Nach dem Motto habe ich mich heute morgen, bereits in voller Wettkampfausrüstung vor dem Rechner sitzend und während mein Kaffeewasser kocht nach neuen Infos in unserem Thread suchend, gegen den von mir geplanten Duathlon entschieden.

Ich wußte bis heute morgen nicht, daß nach jeder der 1,6 km-Runde gewechselt werden muß. Das hieße, wenn ich erst gegen 17 Uhr anreise, meine Teamkollegen über 3 Stunden alle 15 Minuten wechseln müssen und auch ich dann, nach einem voll gelaufenen Duathlon nicht zur Ruhe kommen kann. Es ist also nix mit "mal ein Stündchen schlafen in der Nacht".

Die Entscheidung fiel mir nicht leicht, denn beim Duathlon hatte ich mir Siegeschancen ausgemalt, da meine schwächste Disziplin beim Tri durch meine stärkste ersetzt wird. Außerdem werde ich nun nicht in die Cup-Wertung kommen, da die Anzahl der Wettkämpfe nicht ausreicht. Stünde nicht das Team dahinter, hätt ich mich gegen den 24h-Lauf entschieden. So aber... Was soll`s, jetzt steh ich der Staffel zu 100% zur Verfügung. Nun muß ich nur noch mein Rad aus dem Auto packen. Wie ich dem das nur erklären soll...;o)

Freitag, 12. September 2008

Ich glaub, ich zieh um...

Das Einlaufen für die kurzen 400er Intervalle gestern gestaltete sich schon irgendwie schwierig. Mein Physio hat mir zwar allen Schmerz aus dem Muskel massiert - aber auch jegliche Spannung. Und so lief es sich auch. Mit unfittem Gefühl begann ich dann nach 3 km die Intervalle, das Ergebnis bestätige das Gefühl... 4:26/min auf 400 m - Katastrophe...

Mit zunehmender Anzahl wurde es aber etwas besser - Bestpace 4:10 - geht also doch. Beim Auslaufen habe ich dann gar nicht bemerkt, daß ich, obwohl es sich locker anfühlte, einen 5:10er Schnitt lief. War selbst freudig überrascht.

Heute hab ich die Klamotten für den Doppelwopper gepackt. Erst für den Duathlon, das hat ja nun schon fast Routine, nur ohne Neo und Badekappe diesmal. Aber dann wirds spannend: 4 x komplette Laufausrüstung, 2 x kurz, 1 x mittellang und 1 x lang. Nachts sollen die Temperaturen ja bis 5 Grad runtergehen. Dazu Liege, Schlafsack, Decke, Duschzeug, warme Sachen für die Pausen... was brauch ich noch - ach ja, bequeme Schuhe für die Pausen, Mütze.

Oh mann, bin gespannt, was das wird. Und jetzt koch ich mir ein paar Nudeln, und verschwinde mit nem Franziskaner Bleifrei auf der Couch. Mahlzeit!

Donnerstag, 11. September 2008

(Zu) kurz und knackig

Gestern war ich wegen meiner Wade bei meinem Physiotherapeuten. Er ist ein Engel, er bekommt auch wirklich alles hin. Benehmen tut er sich dabei aber wie ein Teufel. Mann, war das wieder schmerzhaft. Ich bin nicht zur Wellness hier, ist dann immer sein Kommentar, und so beiß ich lieber in die Finger, als zu jammern ;o). Als ich die Pritsche verlasse, schwebe ich fast. Toll, wie der das immer alles hinkriegt.

Am Nachmittag bin ich dann auf`s Rad und wollte eigentlich so an die 25 Kilometer in hohem Tempo runterreissen. Irgendwie hatte ich mich aber in der Strecke geirrt, hinzu kam auf etwa 10 km ein äußerst hässlicher Straßenbelag... Na ja, am Ende waren es dann nur 18 Kilometer, ich hätte dann noch eine Pendelstrecke dranhängen können, aber in Anbetracht des nächsten Wochenendes habe ich beschlossen, daß es reichen muß. Nicht so leicht, die Balance zu finden, vor dem Doppelwopper am Samstag/Sonntag.

Nach der Radeinheit noch Feuerwehrübung, danach auf Empfehlung meines Physio ein heißes Muskelentspannungsbad. Alles scheint genau richtig dosiert gewesen zu sein, denn heute morgen zickt nichts mehr herum. Deshalb wirds dann heut Nachmittag noch ein paar Kurzintervalle geben, und das war`s dann.