Ihhh, in diese Brühe soll ich rein? Und dann noch ohne Neo? Für die Sprintdistanz, die zum Brandenburg-Cup gehört, hatten sie`s bei 21°C Wassertemperatur verboten. Auch wenn ich das nicht verstanden habe, egal, muß ich nun durch. Hätte ich Großkotz mich doch für den Volkstriathlon gemeldet, gleiche Strecke, aber ohne Cup-Punkte... Na ja, dann wird das hier sowas wie der Schmiss ins kalte Wasser.
Beim Rad-Check-In bekomme ich, wie alle anderen auch, meine Startnummer mit einem fetten Edding auf die Waden und die Oberarme tätowiert. Cool, ich komme mir einen Moment lang vor, wie eine Triathletin...Mit der Parkeisenbahn werden wir zum Schwimmstart gefahren. 1000 Meter, die Strecke kommt mir endlos vor. Und das soll ich alles zurückschwimmen??? Mein Gefühl täuschte mich dann doch nicht ganz. Der Schwimmeinstieg war 300 m weiter hinten. Die 300 m bis zum Startseil dienten dem Einschwimmen. Wissen die denn nicht, daß ich froh bin, die 1000 m zu schaffen??? Da bin ich doch nach dem Einschwimmen schon fertig... 

Uha, es geht los, rein in die schlammig-dreckige Brühe der Spree. Ein Biber stört sich überhaupt nicht an uns und glotzt uns nur blöde an. Fein, ein Biotop. Jetzt gibts kein Zurück mehr, wir, das sind die 20 Starter der Sprint-Distanz (die meisten Leistungssportler mit Namen auf dem Einteiler...) schwimmen bis zum Start und hier bin ich schon mal ziemlich weit hinten. Und weil ich da auch hingehöre, bleib ich an der Startaufstellung auch da stehen. 5 Minuten nach uns starten die Volkstriathleten. Mein erklärtes Ziel ist es, ruhig zu schwimmen und mich nicht von dem großen Feld der gelben Badekappen (Volkstriathleten) überholen zu lassen.
Nach keine Ahnung - gefühlten 500 m (es geht stromabwärts, deshalb 1000 m auf der Sprint-Distanz - sonst 500 bis 750) hab ich einen schönen Hieb kräftige Modderbrühe im Mund... buah, das zwingt mich zum ersten Mal, ins Brustschwimmen zu verfallen. Irgendwann ist die Brille beschlagen und die Orientierung beim Kraul fällt natürlich schwer, wenn man nur noch wenig sieht. Immer öfter mußte ich dann auf Brust ausweichen, und ich komme auch nicht mehr richtig in den Kraulrythmus. Das ärgert mich zwar etwas, weil ich es ja eigentlich kann. Aber was soll`s, es geht den anderen, die mit mir da in der hinteren 4er-Gruppe schwimmen, ganz genau so.
Als Letzte von uns Vieren verlasse ich das Wasser, als Erste komme ich aus der Wechselzone. Na wenigstens die 4. Disziplin klappt super. Und raus gehts auf die Radstrecke.Der Einteiler trocknet im Nu im Abendwind, es ist fast 20 Uhr aber die Sonne knallt noch. Die Radstrecke ist ein Rundkurs auf dem Cottbusser Stadtring, nicht ganz leicht, denn es geht zwar seicht, aber lange hinauf und wenn man es geschafft hat, kann man`s rollen lassen. Nur nicht lange, dann kommt die Kehre und man muß sich wieder ausbremsen, bevor es nach der Kehre gleich wieder schön berghoch geht. Ziemlich anstrengend, mehr als einen 30er Schnitt schaffe ich nicht, auf diesen 22 Kilometern.
Die Wechselzone befindet sich in der Messehalle. Für meinen Geschmack nicht ganz so günstig, denn das Linolium in der Halle ist nicht ganz problemlos für Leute wie mich, die die Radschuhe nicht schon am Rad haben. Äußerste Vorsicht, um nicht auszurutschen. Das kostet schon mal ein paar Sekündchen, aber das soll ja eigentlich heut nicht das Thema sein.
Auch der Wechsel Rad/Lauf gelingt problemlos und rasch. Den 5,5Kilometer-Lauf genieße ich, laufe zwar leicht angestrengt, aber nicht am Limit. Dazu habe ich gar keine Lust, die spätere Siegerin kommt vom Potsdamer Zeppelin-Team, ist 17 Jahre alt und unerreichbar, und die später Drittplatzierte ist weit genug weg. Ich genieße den Lauf und das Flair - Triathlon ist geil!
Meine Zeiten: Schwimmen 21:10 - Rad 47:17 - Lauf 28:57 = Gesamtzeit 1:37:24
